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Dissoziative Störungen kurz vorgestellt

Wir wollen hier mit euch einige Texte zum Thema Dissoziation, dissoziative Störungen und, Leben mit Dissoziativer Identitätsstörung und Traumafolgen teilen, die wir bereits 2007/’08 verfasst haben:

So nützlich Dissoziationen im Ernstfall sein können, so können sie auch selber enschränkend und belastend sein. Hier ein kurzer Überblick über einige der verschiedenen dissoziativen Störungen, wie sie im ICD-10 (International Classification of Diseases and Related Health Problems, von der WHO herausgegebene internationale Klassifikation von Krankheiten) zusammengefasst sind.

F44.0 dissoziative Amnesie: Es fehlen wichtige Erinnerungen zur eigenen Geschichte, weit über das Maß der normalen Vergesslichkeit hinaus.

F44.1 dissoziative Fugue: Ein unerwartetes Weggehen von der gewohnten Umgebung (Zuhause, Arbeitsplatz, das bis zur Annahme einer neuen Identität bei gleichzeitiger Desorientiertheit zur eigenen Person führen kann.

F44.2 dissoziativer Stupor: Beträchtliche Verringerung oder des Fehlens willkürlicher Bewegungen und normaler Reaktionen auf äußere Reize wie Licht, Geräusche oder Berührung.

F44.3 Trance- und Besessenheitsstörung: Zeitweiliger Verlust der persönlichen Identität und der vollständigen Wahrnehmung der Umgebung, manchmal verhält sich ein Mensch so, als ob er von einer anderen Persönlichkeit, einem Geist, oder irgendeiner Kraft beherrscht wird.

F44.4 dissoziative Bewegungsstörung: Vollständige oder teilweise Verlust der Bewegungsfähigkeit eines oder mehrerer Körperglieder. Die Lähmung kann partiell, mit schwachen oder langsamen Bewegungen, oder vollständig sein.

F44.5 dissoziative Krampfanfälle: Plötzliche und unerwartete krampfartige Bewegungen, die sehr an verschiedene Formen epileptischer Anfälle erinnern, aber nicht mit einem Bewußtseinsverlust einhergehen.

F44.6 dissoziative Sensibilitäts- und Empfindlichkeitsstörungen: Teilweiser oder vollständiger Verlust einer oder aller normaler Hautempfindungen an Körperteilen oder am ganzen Körper und/oder teilweiser oder vollständiger Seh-, Hör- oder Riechverlust.

F44.81 dissoziative Identitätsstörung (vormals multiple Persönlichkeitsstörung): Die schwerste Form einer dissoziativen Störung ist das offensichtliche Vorhandensein von zwei oder mehr verschiedenen Persönlichkeiten bzw. Identitäten bei einem Individuum. Dabei ist zu einem Zeitpunkt jeweils nur eine sichtbar. Jede Persönlichkeit ist vollständig, mit ihren eigenen Erinnerungen, Verhaltensweisen und Vorlieben. Diese können in deutlichem Kontrast zu den jeweils anderen Persönlichkeit stehen.

Dissoziative Störungen haben ihre Ursache in aller Regel in traumatischen Ereignissen.

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