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Schutzmechanismus Dissoziation

Wir wollen hier mit euch einige Texte zum Thema Dissoziation, dissoziative Störungen und, Leben mit Dissoziativer Identitätsstörung und Traumafolgen teilen, die wir bereits 2007/’08 verfasst haben:

Der Begriff Dissoziation ist von dem lateinischen Betriff dissocio (trennen, scheiden) abgeleitet und bezeichnet in der Psychologie das Abspalten von psychischen Funktionen wie z.B. Erinnerungsvermögen, eigene Emotionen oder Körperempfindungen, Wahrnehmung der Umwelt oder Selbstwahrnehmung.

Dissoziation ist in dem Sinne das Gegenteil von Assoziation, bei der verschiedene Elemente oder psychische Inhalte (Ideen, Gefühle, Eindrücke) miteinander verknüpft werden.

Die Dissoziation ist ein ganz wichtiger Schutzmechanismus der Psyche, jeder Mensch ist in der Lage mehr oder weniger stark zu dissoziieren um sich vor Belastendem zu schützen. Einige kennen bestimmt das Phänomen: Man muss einen Vortrag halten, sei es ein Referat vor der ganzen Klasse oder einen Jahresabschlussbericht vorm versammelten Vorstand. Man ist unglaublich nervös, und wenn man vorn steht, mit dem Vortrag beginnt, hat man plötzlich das Gefühl man schwebt ein wenig aus sicher heraus, beobachtet sich selbst wie von außen, als sei man jemand anderes.

Wenn wir Traumatisierungen erfahren, dann sind Dissoziationen überlebenswichtige Mechanismen. Sie schützen uns vor dem, was wir nicht verarbeiten können, vor dem, was im Moment einfach zu viel wäre.

Die junge Frau, die vergewaltigt wurde, kann sich noch grob an den Tathergang erinnern, aber das Gesicht ihres Angreifers ist ihr nicht mehr präsent, obwohl es genau vor ihrem eigenen war, immer wenn sie versucht sich zu erinnern wird ihr furchtbar schwindelig.

Der Soldat, der von einem Kriegschauplatz heimkehrt fühlt sich wie tot, viele seiner Kameraden sind getötet worden, aber er hat keine Emotionen dafür, keine Trauer, keine Wut und als seine kleine Tochter ihm in die Arme springt vermag er kaum Freunde zu empfinden.

Das kleine Mädchen, deren Vater abends zu ihr ins Bett steigt, steigt ab dem Augenblick aus ihrem Körper aus. Sie schwebt an die Decke und fühlt nichts mehr, keine Schmerzen, nichts von dem, was ihr Vater mit ihrem Körper macht.

Das sind einige Beispiele welche Formen Dissoziation unter anderem annehmen kann um die Psyche vor Belastendem zu schützen.

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