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Was bleibt übrig?

Oft scheint es mir als habe man mir mein eigentliches Selbst weggenommen und es durch Scham und Angst ersetzt. Ich weiß heute genug um nicht mehr alle Lügen, die mir erzählt wurden, zu glauben. Ich bin heute stark genug, um ein gewisses Maß an Sicherheit für mich zu gewährleisten..

…und dennoch fühlt es sich so an, als bliebe ohne diese Angst, ohne die Scham nicht mehr viel von mir übrig.

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15 Kommentare zu “Was bleibt übrig?

  1. Ach man…

    Ihr habt so viel Stärke, so viel Persönlichkeit. So viel Facetten, die Euch zu einem wirklich liebenswerten Menschen machen.

    Und dennoch verstehe ich das Gefühl. Das Gefühl, dass bestimmte Dinge in einem selbst so viel Überhand nehmen, dass man droht seine eigene Persönlichkeit nicht mehr zu realisieren.

    Dann ist ein Realitätsabgleich nicht verkehrt.

    Und dennoch bleibt dies Gefühl mehr oder minder da und taucht nur ab und an in der Versenkung ab. Und es ist anstrengend, sich dem immer und immer wieder zu stellen.

  2. Das kann ich dir nachfühlen. Vielleicht ist es normal, wenn man mit richtig heftigen traumtisierenden Erfahrungen zu tun hatte, dass sich dann „das Normale“ daneben wie ein Nichts anfühlt?

    Vielleicht wird es auch erst richtig interessant, wenn es dir mit der Zeit gelingt, dich auf dieses „Nichts“ einzulassen.

    Liebe Grüße
    Marion

  3. Der Charakter ist die Summe der Erfahrungen die der Mensch im Laufe seines Lebens sammelt. Er resultiert aus den Genen unserer biologischen Vorfahren und der Erziehung. Und ein Teil kommt einfach aus uns selbst.
    Es ist nicht wichtig wie groß dieser letzte Teil unserer Seele ist. Und wenn er nur 5 % ausmachen sollte, so entscheidet er trotzdem alleine was für ein Mensch sich aus den anderen 95% entwickelt.

    Unter den übelsten Voraussetzungen hast du dich zu dem besten Menschen entwickelt der du sein kannst.
    Ist es da wirklich wichtig wie groß der Anteil deines eigenen Ichs ist? Offensichtlich hat es ausgereicht damit du dich gegen das Böse entschieden hast. Trotz aller Gefahren und Widerstände. Du hast nicht nur einfach überlebt, sondern deinen eigenen Weg gewählt. Der Kern deines Wesens muss sehr stark sein.
    Nicht viele Menschen können das von sich behaupten. Wären mehr Menschen so wie du, gäbe es diese dunkle Parallelgesellschaft nicht aus der du entkommen bist.

  4. Ich will mir überhaupt nicht anmaßen, zu behaupten, ich könne verstehen, was in euch vorgeht. Trotzdem mag ich euch meine Eindrücke mitteilen …

    Ihr lebt [vermutlich] ein Leben der Kontraste, weil ihr trotz eurer Vielfalt miteinander leben müsst [was vermutlich gut ist und Schutz bedeuten kann]. Abgesehen von der Scham und der Angst, scheint Balance dir/euch Angst zu machen, weil nach der Balance doch oft ein Kippzustand kommt, der weh tut [Gewalt]. All das, was ihr hier leistet, verhilft euch im Grunde wahrscheinlich zur Balance, weil das hier ein Werk ist, eine Teamarbeit, die sovielen etwas bringt – und euch eine Art „chronlogische Ordnung“, was ja sehr wichtig ist. Aber mit der Balance kommt auch die Angst, denn das sagt euch vielleicht auch die Erfahrung: Ruhe gab es nicht, wenn sie kam, kam danach direkt wieder die Katastrophe. Das sind nur die ersten Gedanken, die mir in den Sinn kamen …

    Aber eine Sache möchte ich noch loswerden: Dass ihr überhaupt soweit seid, dass ihr euch ein gewisses Maß an Sicherheit gewährleisten könnt, ist für mich ein unglaubliche Leistung nach allem, was ihr durchlebt habt. Ich glaube, wenn ihr das geschafft habt, dann schafft ihr noch ein wenig mehr. Vielleicht werdet ihr die Angst und Scham nie ganz loswerden, aber vielleicht könnt ihr sie zähmen.

    • Vielen Dank für diese Gedanken, gerade der Frage, ob das Balancieren mir Angst macht beschäftigt mich sehr. Ich freue mich immer sehr über solche Anregungen, denn in mir selbst bin ich oft genug festgefahren.

  5. Man versteht deine Worte, dennoch wird man sie niemals nachfühlen können. Man wird niemals verstehen, wie es sich anfühlt, aber es schafft, zumindest geht es mir so, eine gewisses „Verständnis“ für etwas, was nicht begreiflich ist. ich danke dir dafür, dass du das mit uns teilst.

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