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…und wenn ich mir nun doch einen Therapeuten suche?

Eine Ebene meines Selbst hat mit dem Thema endgültig abgeschlossen. Uns therapeutisch Hilfe zu suchen war – wenn es nicht kläglich scheiterte – selten so hilfreich, dass ich sagen würde die Kosten, die die Krankassen dadurch haben rentieren sich. In dem Artikel „Therapie oder nicht Therapie; das scheint hier die Frage“ sind wir schon einen kleinen Teil unsere persönlichen Frustes losgeworden. Das Lesen der Blogs der Mosaiksteinchen, Rosenblätter und Paulines konfrontiert und auch im Außen mit Themen, die innerlich täglich gewälzt werden. Auch hier bin ich wieder dankbar für dieses Blogphänomen. Es regt ungemein zum Denken an, man experimentiert für sich im stillen Kämmerlein, man lässt Hoffnungen wachsen.

Und ich? Ich schäme mich. Denn ich möchte das nicht mehr alleine durchstehen. Ja, verdammt noch mal, ich wünsche mir eine/n Therapeuten/in, der/die bereit wäre mit uns all die Probleme anzugehen, die es uns nicht erlauben ein größtenteils unbeschwertes Leben zu führen.

Ja, wir können ja schon so viel. Wir sind als System ja schon so unglaublich integriert, weil wir eine teilweise Co-Bewusstheit geschaffen haben und so furchtbar normal aussehen (das ist kein WITZ, so traurig das auch ist, so messen moderne Gutachter und Therapeuten „Erfolg“).

Und nein, wir brauchen keinen der uns imaginative Stabilisierungsübungen beibringt. Da die selten ihren Zweck erfüllten, haben wir unsere eigenen erfunden. Funktioniert.

Und jetzt?

Stabilisierung ist das weiteste, was selbsternannte Traumatherapeuten bereit sind zu gehen.

Ich wurde Zeuge von Therapeuten mit Therapien, die auf Menschen mit einer dissoziativen Persönlichkeitsstruktur abgestimmt war, Zeuge davon, dass sich nicht jeder von Klienten mit einem Hintergrund in organisierter Gewalt oder bekannten destruktiven Sekten abschrecken lässt.

Die lies in mir den Wunsch erstarken auch so etwas haben zu wollen. Wie angemessen das ist, kann ich nicht beurteilen. Logische Überlegungen sagen mir, dass ich eine geringe Chance habe, da ich nur einige wenige Therapeuten eines solchen Kalibers in der Nähe habe. Die alte Denkweise, die das meiste meines Bewusstseins ausfüllt, weil sie einfach überall ist sagt mir:

Du Dummerchen. Hast du noch immer nichts gelernt? Du hast den größten Fehler überhaupt begangen: Du wünscht es dir. Du weißt doch, dass alles, was du dir wünschst, für dich in unerreichbare Ferne rückt. Schau nicht mich so trotzig an, schau dir dein Leben an, die letzten Jahre reichen. Nun blick mir in die Augen und sage ich habe unrecht.

Nein Erfolg erwarte ich nicht, aber ich habe ein Fünkchen Hoffnung, dass irgendwann dieser Fluch, der sich über unser gesamtes Leben legt durchbrochen wird, nur für einen kurzen Moment. Hoffnung soll ja allen Qualen trotzen (THX Mosaiksteinchen)

Ich tu es jetzt einfach. Es kann ja nur schief gehen und mein Frust wird dabei kaum vergrößert.Ich versuche unterzukommen, denn ich möchte Hilfe mit den Sachen, die mir alleine über den Kopf wachsen. Es sind sehr erfahrene Therapeuten dabei, ich hatte das Privileg in der Vergangenheit in meist anderen Zusammenhängen gute Gespräche mit ihnen zu führen.

So hab ich Santa gespielt und mir eine Liste gemacht. Die ließ sich schnell ausdünnen. Übrig geblieben sind 5 Therapeuten im Umland. Zwei kenne ich bereits ein wenig und dass der eine sich noch an mich erinnert hat uns doch etwas gut getan, zumal der letzte Kontakt (anderer Zusammenhang) über acht Jahre her ist.

[Namen natürlich wie immer geändert]

Wir haben da den Therapeuten Christoph Amundsen. Wir hatten das Glück sehr schnell ein Vorstellungsgespräch bei ihm zu ergattern. Es befremdete ihn in der Anamnese zunächst, dass wir wohl mit einer relativ stoischen Geduld über Jahre hinweg immer wieder auf der Suche nach einer hilfreichen Therapie sind. Schien ihm noch nie untergekommen – was uns etwas befremdete, aber das passiert, wenn man vergisst nicht von sich auf andere zu schließen. Er ist ein älterer Mann, eine gewisse Lebenserfahrung setzen wir hier voraus aber es zeigte sich schnell, dass er mit unserem Hintergrund insgesamt vollkommen überfordert wäre. Er nahm uns dennoch auf seine Warteliste auf, die laut seinen Aussagen und Entschuldigungen sehr lang sei – wir finden ein Jahr im Vergleich wirklich Kindergeburtstag.

Herr Amundsen verwies mich in unserem gemeinsamen Gespräch an eine Frau Christine Brecht und bot an, dass ich ihn dort als Referenz angeben dürfe. Frau Brecht interessiert mich sehr. Sie nutzt Methoden in der Traumatherapie, die uns zum einen neu sind und zum anderen sehr danach klingen auf uns zu passen. Sie ist Analytikerin und würde so abrechnen. Ist etwas organisatorisches aber ein definitiver Bonus. Ich hoffe sehr, diese Frau bald kennenzulernen

Herr Amundsen empfiehlt mir genauso wie Frau Bender, die ich aus anderen Gründen einige Wochen zuvor besuchte, einen gewissen Herrn Dr. Richard Crumbiegel. Für uns nichts neues, wie kennen ihn ein wenig, halten seine therapeutische Arbeit für effizient und wir geben zu, dass wir mehr als Glück brauchen um den nächsten freien Termin zu ergattern. Wir sind ja überhaupt froh, dass er im Moment Patienten aufnimmt.

Als wir vor vielen Jahren schon einmal suchten, verwies er uns an seine Kollegin Cornelia Degen. Wir mochten sie auf Anhieb und hatten auch das Gefühl, sie würde und genügend hart rannehmen und auch über das nötige Hintergrundwissen verfügen. Wir haben bereits fast 2 Jahre auf ihrer Warteliste verbracht, bevor wir die Entscheidung trafen und mit einer weniger geschulten Therapeutin zu arbeiten. Wir würden gerne mit ihr arbeiten, wenn wir es nicht schaffen bei Dr. Crumbiegel unterzukommen und da wir sie bereits kennen, würden wir auch den weiteren Weg in Kauf nehmen.

Es gibt noch Sabrina Ebermann, allerdings wissen wir noch nicht viel über diese Therapeutin. Wir lassen uns überraschen.

Ja, ICH hoffe auf eine angemessene Therapie. Ich muss lernen meinen Frust beiseite zu schieben, sonst ist alles zum scheitern verurteilt

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15 Kommentare zu “…und wenn ich mir nun doch einen Therapeuten suche?

  1. Du schaffst das, denn dein Wille ist schon die halbe Miete. Ich drück dir ganz doll die Daumen!! Ja, es ist nicht einfach, den richtigen Therapeuten zu finden. Ich hatte aus Not meine jetzige Thera genommen vor zwei Jahren, und jetzt erst habe ich das Vertrauen zu ihr. Hat viel Zeit gekostet, weil wir ja so voller Zweifel stecken und nicht die Hilfe von außen wirklich annehmen können. Die Zeit erst lässt es wachsen. Am Deutlichsten wird es aber in Krisen – wenn die Thera dann hinter mir steht ohne erhobenen Zeigefinger, dann weiß ich, dass meine Wahl zufällig die richtige war. Ich sende dir Kraft bei deiner Suche! Liebe grüße

    • Vielen lieben Dank Mariesofie

      Es gibt wirklich gute Therapeuten da draußen – und man muss natürlich auch den finden, der auf einen selber passt, kann ja nicht jeder mit jedem.

      Ich versuche nicht allzu viel Hoffnung aufkommen zu lassen, ich habe mich heute Morgen für Neugier entschieden: Mal sehen ob überhaupt etwas passiert und wenn was genau.

  2. Neugier ist gut und auch alle Distanz ist gut, alleine schon um genau hinzuspüren ob es der/die Richtige ist.

    Wir wünschen Euch gaaaanz viel Glück und das es viiiiel besser wird als Erwartet 😉

    Herzliche Grüße senden wir
    anja und die sterne

  3. Ich wünsche euch, dass es Begegnungen mit Substanz werden. Egal ob eine Therapie daraus wird oder nicht. Vielleicht trifft man sich zu einem anderen Zeitpunkt wieder und …

    *Daumen sind gedrückt*

  4. Der richtige Therapeut…

    Ein Therapeut ist „nur“ ein Begleiter auf dem Weg, welchen man selbst geht. Der wichtigste Therapeut dabei seid Ihr selbst, Euer Wille, Eure Reflektionsfähigkeit und Euer Mut immer weitere Schritte vorwärts zu gehen.

    Das sage ich nicht, weil ich denke, dass Ihr keinen Therapeuten suchen sollt, sondern weil ich Euch Mut machen möchte. Ihr habt schon so viel geschafft und erreicht. Ihr werdet einen Therapeuten finden, der Euch ein angemessener Begleiter und Unterstützer sein kann. Da bin ich so sehr von überzeugt. Lasst Euch von komischen Gesprächen nicht verschrecken, denn so wie Rosenblatt schon sagt, selbst der Weg ist hier zielführend. Jede Begegnung zeigt Euch was Ihr in einer Therapie wollt und was nicht und irgendwann werdet Ihr wie andere Menschen vor Euch da sitzen und wissen, der oder die ist es. Diese Person möchte ich als Unterstützer haben.

    Ich wünsche Euch für diesen Weg viel Kraft und viel Erfolg.

  5. Hallo ihr,

    also wir wünschen euch ganz doll das ihr eine gute Begleitung für euren Weg finden werdet.
    Wir hatten das Glück, nach einigen Jahren bei unserer Therapeutin und einigen Stunden Gruppentherapie, nun jemanden getroffen zu haben, der sich auf DIS konzentriert und spez. hat.
    Und das wünschen wir euch auch!
    Es ist hart, ganz anders als „klassische Therapie“, aber richtig richtig gut.
    Alles Gute euch!

  6. ich hoffe ebenfalls, wie meine vorkommentatorInnen, dass du einen menschen findest, der dir und deinen themen gewachsen ist und dir adäquat helfen kann, das zu finden, was dir hilft.
    good luck!

  7. ich muss ehrlich sagen, dass ich deinen Bericht nicht ganz durch gelesen hab, sorry! Aber es gibt viele unterschiedliche Therapien, oft machen alternative Therapien mehr Sinn, das Sie sich mir dir wirklich aussernader setzen und somit ein intensiveres Arbeiten moeglich wird. Nicht schlucken sondern verarbeiten, nicht den Frust unter den Teppich kehren, so kommt er nie weg. Hol es raus, lass es raus! Danach fuehlt man sich schon besser. Uns wurde immer gelernt alles zu schlucken. Nein, nicht schlucken sondern veraendern!Alles gute

    • Auch hier noch mal ein liebes Dankeschön für den Tag

      Noch hadere ich mit mir da „mitzumachen“ (zumal fast kein Blog den ich kenne nicht schon mitgemacht hat), weil ich ja einerseits hier recht intim werde was meine Gedankenwelt und z.T. auch Aspekte meines Alltags und meiner Vergangenheit betrifft, andere alltägliche Dinge hier aber einfach fern halten möchte. Ich glaube es tut gut den Bruch zu haben, meine Interessen, mein Beruf, mein Wohnort und viele andere Kleinigkeiten sind einfach… nunja, etwas anderes. 🙂

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