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„Kultidentität“

Kultidentität.

Ein Begriff, den unsere Therapeutin geprägt hat. Ein Begriff der uns offenbar hilft das wie im uns zu verstehen. Kompliziert ausgedrückt? Ist es wohl auch. Trotz eines nicht zu verleugnenden Aha-Effektes bei den Ausführungen unserer Therapeutin, wirft es mindestens genau so viele Fragen auf, wie es zu beantworten scheint.

Wir sprachen über unsere Lebens- und (damit) auch Therapieziele. Wir sind schon einen langen Weg gegangen, haben ja schon einiges erreicht. Sind schon in einige Untiefen unserer Seele vorgedrungen, aber anstatt den Boden des Abgrundes erkennen zu können, scheinen wir (gefühlt) ein Fass ohne Boden zu sein.

Sein vielen Jahren suchen wir ja schon nach einer/m erfahrenen TherapeutIn, der/die bereit ist sich gemeinsam mit uns in diese Untiefen vorzuwagen.

Bisherige Therapien hatten eher „kosmetische“ Ziele. Jeder Therapeut machte uns deutlich, dass es zuerst wichtig ist, dass wir (möglichst unauffällig) in der Gesellschaft funktionieren (cool, da hätte meine Familie, als sie es herausfand gar nicht so ausflippen müssen, es wollten ja alle das gleiche)

Zunächst ging es darum die Essstörung zu überwinden, wen von dem krankhaften Untergewicht -> Ziel erreicht (gut, seien wir ehrlich, das Essverhalten ist immer noch gestört und was das Untergewicht betrifft sind wir über’s Ziel hinausgeschossen).

Es ging darum die Selbstverletzung, die damals massiv war und eingeschränkt werden musste, wenigstens der Schaden an Knochen und Weichteilen -> Ziel in dem Sinne erreicht. Selbstverletzung ist selten und passiert nur noch in Situationen mit großem Druck, die neu für uns sind (intensive Gefühle) und wo sonst wirksame Skills scheitern.

Es ging um die äußere Funktionalität. Von irgendetwas mussten wir ja leben, also war wichtig, dass wir auf der Arbeit zurecht kamen, dass wir nebenbei unser Studium bewältigen konnten und die parallel laufenden Ausbildung -> Ziel lange erreicht. Wir haben Skills gelernt mit bestimmten Triggern, die wir nicht vermeiden konnten umzugehen -> Ziel erreicht.

Wir haben gelernt uns als System zu akzeptieren, jede Menge Psychoedukation gemacht. Verstehen gelernt, warum das, was man hatte eben keine Schizophrenie ist, sondern Dissoziation. Das war wohl eher ein Nebeneffekt oder etwas, was wir einem damals noch sehr unerfahrenen, aber sehr verbissenen Therapeuten zu verdanken hatten (der uns davor bewahren konnte dauerhaft und ohne Aussicht auf Ausstieg in ein Programm für Schizophrene Menschen, die nicht mehr für sich sorgen konnten, zwangseingewiesen zu werden – man bedenke: damals hatten wir einen Job, eine gerade erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und waren auch akademisch erfolgreich, dazu ein soziales Netz und tragfähige Beziehungen… aber das ist eine ganz andere Geschichte, damit könnte ich Bücher füllen und nicht nur ausschweifend vom Blog-Artikel Thema ablenken 😉 ). Dieser Therapeut leitet heute, 9 Jahre später übrigens recht erfolgreich eine wunderbare Institution, die sehr vielen psychisch Beeinträchtigten Menschen eine gute Stütze ist. Und auch wenn wir damals nur philosophiert und gemeinsam Unmengen an vorhandenem Material durchforstet haben, ihm die Freude einer (ein Jahr lang dauernden) ausführlichen Differentialdiagnostik gegönnt haben, so war das nicht ganz beabsichtigte Ziel: Erkenne dich selbst -> erreicht.

Auf sein Geheiß machten wir uns dann wieder auf die zermürbende Suche nach guten Traumatherapeuten. Oft wurden wir mehr oder weniger abgewiesen, weil z.B. noch der Studienabschluss ausstand. Das solle man doch bitte zuerst machen.

Den Therapeuten, den wir fanden, hat sich immerhin unserer angenommen. Auch hier war das erklärte Ziel: Äußere Funktionalität. Funktionalität über allem. Dennoch nahmen wir einiges für uns mit. Er hatte keine Ahnung, war aber in der Welt herumgekommen und brachte viele Sichtweisen in die Therapie mit. Häufig war uns beiden klar, dass das, was wir innerhalb der Therapie besprachen, erarbeiteten, usw. gelinde gesagt suboptimal war. Es half uns aber unsere eigenen Wege und Interventionen zu finden. Die eingeübten Imaginationsübungen nach Muster gingen nach hinten los? Also wurden neue geschrieben. Wir schafften uns Projekte und damit unfreiwillig die ersten Anläufe von Innenkommunikation und später sogar (steuerbarer) Co-Bewusstheit. Unsere Funktionalität verbesserte sich zeitweise -> sein Ziel erreicht (leider schien er es regelrecht persönlich zu nehmen, als dieses Korsett der äußeren Funktionalität begann zu knarzen und dann zu zerbrechen). Unser Ziel: ein Miteinander zu schaffen haben wir in den Anfängen – erreicht.

Damit können wir jetzt arbeiten. Mit vielen Innenpersonen und Gruppen (wir haben uns da die Begrifflichkeiten der Systemik, wie wir sie gelernt haben, angeeignet und bezeichnen solche Gruppen als Subsysteme, wir als ganzer Mensch, mit allen bekannten und unbekannten Anteilen, nennen wir System) haben wir die Möglichkeit in Kontakt zu treten. Wir können bedürftige Innenpersonen (z.B. traumatisierte Kinder) an innere, imaginierte, sichere Orte schicken oder – falls es (wie in den meisten Fällen) nicht funktioniert einen imaginierten sicheren Ort zu schaffen, so können sich andere Innenpersonen nach ihren Fähigkeiten kümmern.

Es ist also schon eine Basis vorhanden.

Für die jetzige Therapie haben wir klar gemacht, dass es uns kurzfristig nicht um „Frisur und Make-up“ geht, sondern, dass wir jetzt diese Therapie machen um dort zu graben, wo es vor sich hinschimmelt, dass man es bis nach draußen riechen kann. Was wir auch tun, das, was aus uns versucht wurde zu machen, das was wir auch sind, beeinflusst und heute kaum weniger als noch vor ein paar Jahren. So viele eingepflanzte Überzeugungen, die es fast unmöglich machen gesunde Entscheidungen zu treffen. So viel zerstörtes, dass man seine gesamte Energie darauf verwendet, dass es nach außen nicht so auffällt, dass man imitiert, wie man angemessene Gefühle äußert, dass man Nähe spielt, ohne je wirklich zu vertrauen.

Wir wissen um diese Untiefen. Wir wissen, wie man ein Kind seiner Bindung berauben kann. Ich weiß, dass ich meine Mutter bestimmt liebe, aber ich habe mich auch als Kind nie nach meiner Mami gesehnt, wenn ich krank war. Ich wollte nie zu ihr (oder einer der anderen „Bezugspersonen“) laufen, um ihnen zu erzählen, was der freche Andi heute in der Schule wieder angestellt hat. All diese Menschen waren mir egal. Und auch, wenn ich heute mit viel Mühe versuche eine Beziehung zu meiner Mutter (die übrigens nie aktive Täterin an mir war, sie war nur die unglückliche Seele, die mich austragen musste) aufzubauen, so trifft es mich doch immer wieder, wie egal es mir ist. Stürbe sie, so wäre meine erste Sorge, wie ich ihren Nachlass verwalten soll und wie man eine Beerdigung organisiert.

Für mich ist es eine dieser Abgründe. Mit Bindungen war ich schon als Kind nicht zu ködern. Einmal in unserem Leben, haben sich welche von uns „verwoben“. Ich hoffe es war nicht das letzte Mal.

So, wie schlage ich nun den Bogen?

Was mich ja eigentlich beschäftigte war der Begriff „Kultidentität“, der mich und uns auf so vielen Ebenen traf. Die Therapeutin sprach davon, dass es für uns notwendig ist, dass wir uns mit dieser Kultidentität auseinandersetzen. Zunächst war mir nicht ganz klar, was sie meint. Glaubt sie da gibt es einen einzigen Anteil, der sämtliches Gedankengut der RiGaG in sich vereint und mit dem müsse gearbeitet werden? Nein, so sieht sie es offensichtlich nicht. Sie sprach damit den Teil unserer Gesamtpersönlichkeit, des gesamten Systems an, der in der RiGaG entstanden ist, deren Gedankengut vertritt, der darin gefangen ist, aber noch mehr betonte sie die Anteile, die in der RiGaG ja ihre Heimat gefunden haben. Die dort jemand waren. Die Gefühle der Grandiosität, die mit bestimmten Aufgaben oder einfach dem „Stand“ einhergehen, das Ausleben von sadistischen Gelüsten. All die Widerwärtigkeiten, die man sehr gerne von sich abschiebt.

Ein weinendes und sich vor Schmerzen windendes Innenkind, dass gerade in einem Flashback eine Folterszene wiedererlebt mag für viele herzzerreißend sein. Aber der Mensch, der dieses Innenkind in sich beherbergt wird leichter Akzeptanz erfahren, als wenn statt des kleinen Kindes ein erwachsener Mann da steht, der süffisant grinst, deutlich macht, dass seiner Meinung nach alle anderen nur Bodensatz für ihn sind. Einer der  vielleicht mit Lust in seiner Stimme von Handlungen erzählt, die er noch gestern durchgeführt hat und die man hier nicht so ohne weiteres beim Namen nennen kann. Und es ist immer noch der gleiche Mensch, dessen Innenkind nur Stunden vorher Schutz unter einer Decke gesucht hat, sein Kuscheltier an sich nahm, den Daumen in den Mund steckte und nach seiner innerlich durchlebten Tortur endlich einschlief.

Das ist es also, was uns erwartet, wir schauen genauer hin. Arbeit mit der Kultidentität. Es geht um Bewusstseins- und Verhaltenskontrolle, wir mögen den Begriff „mind-control“ mit jedem Tag mehr, er erfasst mehr und ist doch deutlich kürzer. Wir wollten es ja auch. Wir wollten im zähen Morast waten, denn früher oder später breitet sich die Fäulnis aus dem inneren bis ganz an die Oberfläche durch – und so können und wollen wir nicht leben.

Sommertag – Pt II

Ein Ausschnitt aus unserer Kindheit, rekonstruiert aus den Erinnerungen verschiedener Innenpersonen. Im geschriebenen Wort ist es nicht so leicht diese Brüche oder Wechsel darzustellen. Wir haben es hier einfach mal mit verschiedenen Farben versucht, wobei jede Farbe für das Erleben oder die Erinnerung einer Innenperson steht. Der Text ist insgesamt etwas länger geworden, darum teilen wir ihn auf. Einige Teile enthalten expliziter Darstellungen von z.T. sexualisierter Gewalt und sind daher durch ein Passwort geschützt, welches z.B. hierüber erfragt werden kann.

Sämtliche Namen, auch die der erwähnten Innenpersonen aus unserem System oder dem unserer Cousine, sind wie immer verändert.

Sommertag – Pt I

Ich wasch mir meine Hände, die sind ganz schön dreckig und die Arme gleich mit. Meine Cousine stellt sich zu mir ans Waschbecken und schaut genau in den Spiegel. „Nun sag doch endlich, hab ich noch was in den Haaren?“ Ich schaue nach, finde einen Grashalm, den ich ihr gebe und einen Käfer, von dem ich ihr lieber nichts erzähle, sonst erschrickt sie und fängt an zu weinen und überall unsichtbares Krabbelgetier zu sehen. Wir ziehen uns ganz aus, legen die Kleider auf den Klodeckel und die Unterwäsche daneben. Wir kriegen später sowieso frische. Ich finde das toll. Meine Cousine und ich dürfen, wenn wir zusammen sind immer die gleichen Sachen tragen. Wir sind fast wie Zwillinge sagen immer alle. Wir sind ja auch fast am gleichen Tag geboren und gleich alt. Wir schaun uns so ähnlich, nur die Haarfarbe stimmt nicht ganz.

Wir waschen uns überall, trocknen uns gut ab und meine Cousine macht die Tür auf und kräht:“Wir sind fääääärtiiiiig!“.

Ich zische sie leise an und boxe sie in die Seite. Was, wenn das schon zu viel war, dann mag ich dem Onkel gar nicht unter die Augen treten müssen.

Diesmal kommt der Onkel und nimmt uns beide an die Hand, innerlich duck ich mich schon, aber er schaut ganz entspannt und zufrieden aus, er tätschelt mir sogar den Kopf. Also ist alles gut.

Er bringt meine Cousine und mich die Treppe rauf. Ich löse ich wieder auf.

„Hübsch schauen meine beiden Mädchen aus“, sagt er,“Ich bin stolz auf euch und ich möchte das auch bleiben.“ Ein strenger Blick für beide von uns.

„Laura, Anna, Onkel Albert ist schon im Zimmer oben links und wartet auf euch. Enttäuscht mich nicht, ihr seit doch meine besten Mädchen.“ Er lächelt. „Habt Spaß meine zwei Süßen“. Er stellt uns nebeneinander, fasst jeder noch einmal auf die Schultern. Als er mir in die Augen schaut (und das wichtig bei ihm, er wird sehr böse, wenn man ihm nicht gleich in die Augen schaut, wenn er einen anspricht) spüre ich diesen Blick der mich wirklich sticht, auch wenn er lächelt. Ich bin Anna, ich weiß ganz genau was zu tun ist, wie ich mich jetzt zu verhalten habe. Ich lächle und meine Augen können das auch. Ich mag auch, dass ich so viel Aufmerksamkeit bekomme und dass es etwas gibt, dass ich gut kann. Ich mag es, wenn ich gelobt werden. Ich mag es, wenn jemand zu mir sagt: „Das hast du gut gemacht.“ Außerdem mag ich den Onkel Albert. Wenn es etwas gibt, was ich nicht gut genug kann, dass Onkel Albert zufrieden ist, dann weiß ich ein anderes Mädchen im Körper, dass das besser kann als ich.

Ja, ich weiß, dass es da andere gibt, ich höre sie, ich fühle sie, weiß, dass sie da sind. Dass man darüber nicht spricht weiß ich auch, das hat mein Onkel uns erklärt, der Cousine und mir. Sie ist nämlich genau so. Wir sind etwas Besonderes und Laura, das eine Mädchen in meiner Cousine und ich, wir gehören zusammen. Ist die eine da, ist auch die andere da.

Laura nimmt mich bei der Hand und gemeinsam gehen wir die Treppe hinauf. Dort oben gibt es drei Zimmer, eine geradeaus und rechts und links die Gästezimmer. Onkel Albert ist Gast bei meinem Onkel und Gäste werden anständig bewirtet, so sagt meine Tante immer. Meine große Cousine hat mal gesagt: „Und dazu gehört mehr als ein Stück Kuchen und Kaffee, das ist hier so Brauch.“ Meine Tante hat ihr damals eine schallende Ohrfeige gegeben.

Vor der Tür des linken Zimmers bleiben Laura und ich kurz stehen, schauen uns gegenseitig an, mustern uns kurz, ob alles in Ordnung ist, ob das Lächeln gut ist.

Sommertag – Pt II

Sommertag – Pt III

Sommertag – Pt I

Ein Ausschnitt aus unserer Kindheit, rekonstruiert aus den Erinnerungen verschiedener Innenpersonen. Im geschriebenen Wort ist es nicht so leicht diese Brüche oder Wechsel darzustellen. Wir haben es hier einfach mal mit verschiedenen Farben versucht, wobei jede Farbe für das Erleben oder die Erinnerung einer Innenperson steht. Der Text ist insgesamt etwas länger geworden, darum teilen wir ihn auf. Einige Teile enthalten explizite Darstellungen von z.T. sexualisierter Gewalt und sind daher durch ein Passwort geschützt, welches z.B. hierüber erfragt werden kann.

Sämtliche Namen, auch die der erwähnten Innenpersonen aus unserem System oder dem unserer Cousine, sind wie immer verändert.

Ich erinnere mich noch recht genau. Genau so, wie die meisten meiner Erinnerungen sind. Sie sind wie Dias, Makroaufnahmen, Kurzfilme.

Die Sonne scheint, es ist alles recht grell. Die Sonne mochte ich nie, denn sie verbrennt mich und ich sehe so wenig. Ich stehe am Terrassentisch, der hat so lustige Bommel, die überall an dem Tischtuch herunterhängen, fast auf Augenhöhe. Deshalb waren sie vielleicht auch so viel interessanter als das, was auf dem Tisch stand. Das konnte ich ohnehin nicht genau erkennen ohne auf die Zehen zu gehen und das hätte bestimmt etwas Ärger gegeben, denn Erwachsenensachen sind Erwachsenensachen. Da versteht mein Onkel keinen Spass. Ein Bommel ist eine Banane, einer eine Weintraube. Ich frage die Frau, die nie freundlich, aber auch nie böse schaut und gerade einen Krug rausträgt, was das ist, denn meine Oma hat auch einen Tisch im Garten, aber so was hab ich noch nicht gesehen, vielleicht faszinieren sie mich auch nur deshalb. Ich fasse die Früchte an, sie sind glatt und schwer und ich mag sie. Meine Cousine grinst frech und klipst heimlich immer einen dieser Bommel ab und wieder an.

„So Mädchen“, sagt mein Onkel, „jetzt wird es nun wirklich Zeit. Ihr habt lange genug hier im Garten getobt. Geht rein und zieht die Schuhe aus.

Meine Cousine ist an dem Tag sehr aufgedreht und rennt noch so schnell sie kann einmal in den Garten und dann auf die Terrasse zurück. Ich brauche ja sowieso viel länger beim Schuhe ausziehen, ich krieg das mit den Schnallen einfach nicht hin. Da machen meine Finger nie was sie sollen.

Ich hab noch Zeit den Mann anzuschauen, der bei meinem Onkel sitzt. Ich habe ihn schon öfter gesehen, ich glaube er ist ein Freund vom Onkel. Ich finde ihn toll. Er schaut so groß aus und immer so nett. Meine Oma hätte bestimmt fesch gesagt. Ich weiß nicht warum, so lang ich denken kann, habe ich diesen Mann angehimmelt, groß, gutaussehend, charmant. Ich habe ihn ja öfter mal gesehen, meist, wenn er mit meinem Onkel etwas ganz wichtiges zu besprechen hatte. Erwachsenensachen eben.

Da endet meine Erinnerung, einfach ein Ausschnitt eines Sommertages, kleine Details, die sich festgesetzt haben. So wie das jeder kennt.

Ich bin bin ein bisschen sauer auf meine Cousine. Wenn sie jetzt noch so wild herumhüpft, sogar beim Sandalen ausziehen, dann kann das ganz leicht Ärger geben. Eigentlich bin ich nicht so richtig wütend, ich hab nur ein bisschen Angst. Ich boxe sie in die Seite, sag:“Kkschtt“, wie mein Onkel es sagt und schau sie so an, wie mein Onkel es mir gezeigt hat. Mit ihren großen blauen Augen schaut sie zurück und bleibt auf einmal ganz ruhig stehen. Ich bin erleichtert. Sie ist zwar nur ein Mädchen, aber ich mag sie trotzdem.Ich weiß, dass das jetzt geklappt hat, kein frech sein mehr. Alles wird jetzt gut.

Die Frau nimmt uns an der Hand, heute mal gar nicht so ruppig. Ich bin ein bisschen stolz, denn dann sind wir zwei auch brav genug und gewesen.

„Wascht euch!“ sagt sie, „besonders du, Ines!“ und bringt uns in ein kleines Bad. Sie hat wirklich recht, meine Cousine hat über all kleine Erdklüpchen und Gras im Haar und viele Flecken an den Armen. Ein paar Waschlappen müssen reichen und jede von uns bekommt welche. Ines beugt ihren Kopf über das Klo und wuschelt sich die Haare aus. „Schau mal, ob noch was hängen geblieben ist?“ , fragt sie mich. 

Ich höre sie schon gar nicht mehr. Ich wollte mir die Hände waschen und habe in den Spiegel geschaut. Mir wird dann immer schwindelig. Meine Cousine sieht im Spiegel genauso aus wie sonst auch, nur eben verkehrt herum, mir schaut immer ein blondes Mädchen mit blauen Augen und Locken entgegen. Das ist doch verrückt. Ich löse mich auf. Das tue ich oft, aber das ist so, sagt mein Onkel. Ich habe eine Aufgabe, ich bin wie ein großer Bruder, denn meine Cousine hat keinen, nur die doofe große Schwester die uns immer ärgert. Große Brüder sind wichtig, sagt mein Onkel. Sie passen darauf auf, dass ihre kleinen Schwestern alles richtig machen. Ich pass auf meine Cousine auf. Manchmal muss ich sie hauen, wenn sie nicht hören will, aber ich geb ihr auch immer meinen Pudding nach dem Essen ab. Das darf ich, sagt mein Onkel, das gehört auch dazu. Und wenn die Jungs im Dorf uns ärgern, dann hab ich mich mit denen schon oft geprügelt.

Sommertag – Pt II

Sommertag – Pt III

Intuition

Verlass dich ruhig auf deine Ahnungen. Sie beruhen gewöhnlich auf dicht unterhalb der Bewußtseinsschwelle registrierten Fakten.
(Joyce Brothers)

Ich bin erstaunt darüber wie oft sich meine Ahnung im Nachhinein als richtig erweist. Und dennoch, obwohl ich das mittlerweile weiß, handle ich meist entgegengesetzt dieser Intuition.

Vor vielen Jahren lernte ich im Studium eine Frau kennen. Wir kamen beide aus unterschiedlichen Fachrichtungen, belegten aber ein Seminar zusammen. Sie war gut 20 Jahre älter als ich, hatte bereits Pädagogik und Soziologie studiert und arbeitete therapeutisch mit Kindern und Jugendlichen. Wir verstanden uns auf Anhieb, entdeckten gemeinsame Interessen und begannen viel Freizeit miteinander zu verbringen. Wir saßen oft stundenlang im Park oder den Treppenhäusern der Universitätsgebäude und sprachen über Gott und die Welt. So wurde einmal auch das „Bauchgefühl“ und intuitives Wissen, was richtig und was falsch ist, Thema. Sie erzählte mir, dass gerade Menschen, die in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erfahren haben, große Schwierigkeiten haben später auf ihre eigene Intuition zu hören und danach zu handeln.

Sie erklärte es mir folgendermaßen:

(Pädophile) Täter, die ein Kind missbrauchen, haben zum einen ein Interesse daran, dass ihre Taten unentdeckt bleiben und versuchen auf der anderen Seite bewusst oder unbewusst ihre Taten vor sich selbst, dem Kind und anderen Außenstehende zu rechtfertigen. So motiviert investieren sie einige Energien in die Manipulation der Wahrnehmung des Kindes und deren Bewertung durch das Kind. Ich behaupte, dass die meisten Kinder, die routinemäßig sexualisierte Gewalt erfahren haben, einige dieser Sätze so oder in abgewandelter Form gehört haben:

Es gefällt dir doch auch.

Du hast mich verführt, ich konnte mir doch überhaupt nicht anders helfen.

Ich tue das doch nur, weil ich dich liebe.

Wenn du nicht so hübsch/ungezogen wärst, müsste ich das doch gar nicht tun.

Alle Väter machen das mit ihren Töchtern.

Was stellst du dich so an? Es hat doch gar nicht weh getan, ich habe dir noch nie weh getan.

Kinder wissen instinktiv, dass diese Sätze unwahr sind. Sie wissen, dass da etwas nicht stimmt, aber genau dieses intuitive Erfassen der eigentlichen Realität und das Hören auf ihr Bauchgefühl wird ihnen Schritt für Schritt abtrainiert. Sie lernen, dass ihre Intuition falsch sein muss und gegenteilig zu handeln, was sie bis ins Erwachsenenalter mit hinein nehmen.

Nach diesem Gespräch hat es bei mir „klick“ gemacht.

Ich habe ein unglaubliches Talent dazu mich mit Menschen zu umgeben, die mir auf Dauer nicht gut tun. Dabei werde ich selten überrascht. Bisher haben sich noch alle anfänglichen Ahnungen und ersten Eindrücke im Nachhinein als richtig herausgestellt, trotzdem höre ich nicht auf sie. Ich entscheide mich oft genau das Gegenteil von dem zu tun, was mein Bauchgefühl mir rät, weil ich glaube zu wissen, dass per Definition nichts von diesem Bauchgefühl richtig sein kann. Ich beginne dann zu rationalisieren, finde tausend vermeintlich logische Gründe mein Handeln vor mir selbst zu rechtfertigen, rede meine Intuition klein, denn ich war ja schon immer überempfindlich und paranoid. Oft genug ist es auch passiert, dass Außenstehende diese meine Rationalisierungsversuche „stützen“. Wenn ich Pech hatte, geschah dies um einen Vorteil für sich herauszuschlagen.

Nun weiß ich ja nicht erst seit gestern, dass ich auf meine Intuitionen hören und danach handeln darf. Ich weiß auch nicht erst seit gestern, dass sie ein recht guter Indikator sind. Ich habe mich nun lange genug selbst beobachtet und kenne meine Selbstmanipulationsversuche. Dennoch kämpfe ich seit Jahren viel zu oft erfolglos gegen dieses Verhaltensmuster und für intuitives Handeln. Jedes Mal, wenn ich es geschafft hatte, wurde ich dafür belohnt und zwar mit den besten Freunden, die ich mir wünschen könnte, einer wunderbaren Partnerschaft und einer tollen Familie. Ich scheine es aber nicht lassen zu können wider besseren Wissen und Gewissen in Situationen und auf Menschen einzusteigen, die mir erheblichen Schaden zufügen.

Da ist nichts mit „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“, dieser Lernprozess, dieser Kampf ist einer der zähsten, die ich auszufechten habe. Der Erfolg stellt sich nur in winzig kleinen Schritten ein.

Und während ich hier schreibe frage ich mich in welche ungesunde Situation ich mich als nächstes hineinmanövriere oder auf welchen Menschen ich als nächstes reinfalle.

Eine etwas andere Familientradition oder das absichtliche Erschaffen einer multiplen Persönlichkeit

Dass es so etwas wie multiple Persönlichkeiten als Störungsbild gibt, habe ich erst erfahren, als ich den Entlassungsbericht nach meinem ersten Klinikaufenthalt in den Händen hielt. Auch wenn diese Diagnose seither von verschiedenen Institutionen, Ärzten, Therapeuten immer wieder gestellt wurde, konnten wir das Störungsbild erst verstehen und uns selbst damit in Verbindung bringen, als sich ein Therapeut viel Zeit nahm eine ordentliche Differenzialdiagnostik durchzuführen und uns aufzuklären, indem er mit uns Fachartikel durchging und Kontakte zu Fachleuten für verschiedene Störungen arrangierte.

Das alles bedeutete jedoch nicht, dass es bei uns schon früh ein Bewusstsein dafür gab, dass die Persönlichkeit eines Menschen aus verschiedenen „Leuten“ bestehen konnte, nur fehlte eine vernünftige Einordnung dieses Phänomens. Als Kind war es schlicht normal, denn wir waren bei weitem nicht die einzigen in der Herkunftsfamilie mit einer dissoziativen Identitätsstruktur, allerdings war auch klar, dass man mit Außenstehenden über so etwas niemals sprechen durfte. „Man wird denken du bist verrückt und dich einsperren, weißt du.“, war ein beliebter Satz, den wir in verschiedensten Zusammenhängen unentwegt zu hören bekamen. Als Jugendliche schienen uns Erklärungen wie Besessenheit von Dämonen, so wie es in der Bibel beschrieben ist, und Schizophrenie, von der wir lange ein vollkommen falsches Bild hatten, als ausreichend.

Mit dem Bewusstsein, was es überhaupt bedeutet, wenn ein Mensch multiple Identitäten ausbildet, entwickelte sich auch ein Bewusstsein dafür, dass in unserer Herkunftsfamilie schon seit Generationen einiges schief zu laufen schien. Ich schrieb ja schon, dass wir nicht die einzige Multiple in unserer Familie waren oder sind. Wir  glauben und wissen z.T. auch, dass unser Vater, unsere Tante, unsere Großtante, unser Bruder und einige unserer Cousinen und Cousins ebenfalls eine dissoziative Identitätsstörung haben. Einige waren selbst in psychiatrischer und psychologischer Behandlung, erhielten diese Diagnose, andere nicht (bzw. nicht, dass wir wüssten), aber sie hatten so lange wir denken konnten vollkommen unterschiedlich agierende Anteile in sich, die auch verschiedene Namen trugen.

Dissoziation ist eine normales psychisches Phänomen, jeder kann es, die einen mehr, die anderen weniger gut. Unter anhaltenden extremen Bedingungen spalten kleine Kinder Anteile ihrer Psyche ab, die sich später zu eigenständigen Identitäten entwickeln können. Die Psyche schafft es also ganz von alleine sich zu „multiplizieren“. Es gibt eine Reihe gewissenloser Menschen, die sich dieses Phänomen zu Nutze machen. Selbst die CIA hat Mitte des letzten Jahrhunderts Experimente in dieser Richtung durchgeführt. Eine aufgespaltene Psyche, eine sog. dissoziative Identitätsstruktur, hat für den, der es versteht die Vorteile dieses Phänomens zu nutzen, einen nicht zu unterschätzenden Wert. Auf den Wert für Geheimdienste und Militär kann ich nicht weiter eingehen, dass mir die Strukturen dieser Organisationen zu unbekannt sind. Einige destruktive Sekten und Kulte machen sich das gezielte Aufspalten zu eigen und dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Zum einen sind unterschiedliche Identitäten innerhalb einer Person ein „Abfallprodukt“ der „Erziehung“ innerhalb dieser RiGaGs, die oft unbedingtes Gehorsam unter dem Einsatz massiver Gewalt „trainiert“, und verschiedenen Ritualen, wie dem Praktizieren von Sexualmagie, das nicht selten mehr ist als eine Stunden dauernde Gruppenvergewaltigung. In einigen Ideologien gilt eine aufgespaltene Persönlichkeit als „magisch“, „heilig“, „unheilig“, „Tor“ oder „Wohnstätte“ für Geister und Dämonen. Persönlichkeitssysteme werden absichtlich kreiert um das Tun der RiGaG selber vor Außenstehenden, mit denen das Kind in Berührung kommt (Lehrer, Ärzte, Sozialarbeiter, Eltern, falls diese nicht selbst involviert sind) zu verstecken, indem Anteile und Innenpersonen geschaffen werden, die allein für z.B. die Schule verantwortlich sind und vom (nächtlichen) Treiben der RiGaG nichts mitbekommen, oder um innere Kontrollinstanzen im Kind zu schaffen, damit mögliches Fehlverhalten sofort Konsequenzen nach sich ziehen kann. Es werden spezielle Fragmente oder vollständige Innenpersonen abgespalten, die nur für einen bestimmten Job innerhalb der RiGaG oder innerhalb des Persönlichkeitssystems des Kindes ausgebildet werden. Es ist leichter ein Kind dazu zu bringen z.B. ein Tier zu töten, wenn es nur das und nichts anderes kennt, wenn es sich keine Gedanken um Hausaufgaben oder Freunde machen muss, wenn es nicht gelernt hat, dass alles Lebende fühlt oder dass man selbst starke Gefühle hat. All das ist dissoziiert, abgespalten. Der Persönlichkeitsanteil des Kindes lebt ohne diese Gedanken, ohne das Wissen, ohne die Gefühle, die das Kind vielleicht hätte, wenn die Gesamtpersönlichkeit noch intakt wäre. Man schafft sich so seelenlose Roboter.

Genau das ist auch die Motivation, die viele Ringe, die Kinderpornographie herstellen und Kinder zwangsprostituieren (auch hier sind viele RiGaGs involviert, da es eine gute Einnahmequelle ist und sich die bereits „erzogenen“ Kinder der Gemeinschaft gut eignen), dazu bringt ihr „Material“ abzurichten, sprich gezielt aufzuspalten und die entstehenden Persönlichkeitsfragmente und Identitäten für bestimmte Aufgaben zu trainieren. So schaffen sie ein Kind, dass auf bestimmte Cues hin bestimmte sexuelle Handlungen ausführt, still ist, stöhnt, Orgasmen hat oder gut simuliert, leise weint, schreit, Widerstand zeigt oder wild um sich schlägt. Hervorragend, da ist für jeden Geschmack was dabei und ein einzelnes Kind, dass sich möglichst vielfältig einsetzen lässt bringt ordentlich Asche. Es ist so ernüchternd, wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt: Ja, Macht spielt auch immer irgendwo eine Rolle, aber ganz oft geht es nur ums Geld.

Unsere Herkunftsfamilie war zum einen involviert in eine Gemeinschaft, die rituelle Gewalt praktizierte, zum anderen wurde bei uns zu Hause Kinderpornographie in großem Stil produziert und zwei Geschosse des Hauses verwandelten sich mehrmals im Monat in ein Kinderbordell. Dort wurden nicht nur die Kinder unserer Familie, meine Geschwister und Cousins und Cousinen, sondern auch fremde Kinder missbraucht und gefilmt.

Physische Gewalt, genau so wie sexueller Missbrauch wird oft innerhalb einer Familie weitergegeben. Man neigt dazu in den Strukturen zu leben, die man selbst kennengelernt hat. Mein Urgroßvater hat sich bereits an meiner Großtante vergangen, meine Tante wurde von meinem Großvater missbraucht und suchte sich selbst wieder einen Mann, der regelmäßig zu den gemeinsamen Kindern ins Bettchen stieg. Wir Mädchen wuchsen mit der Gewissheit auf, dass wir wertlos seien und zu nicht anderes zu gebrauchen sind als andere Menschen sexuell zu befriedigen und Kinder zu bekommen, wenn das von uns erwartet wird. Die Jungs bekamen einige Freiheiten, wenn sie älter wurden und sich als stark (was auch immer das heißen mag) erwiesen, wer aufgegeben hatte oder Schwäche zeigte, wurde zum „Mädchen“ degradiert.

Spätestens seit meiner Generation ist auch die gezielte Spaltung der Persönlichkeit ein Thema. Einige der Mädchen in unserer Familie wurden durch das Abrichten für die RiGaG und zum Zwecke der besseren Vermarktung aufgespalten und trainiert. Es gab natürlich auch immer wieder unkontrollierte Abspaltungen und Identitäten, die „unter dem Radar flogen“, sowie andere, die als das, was sie waren, erkannt wurden und entsprechend behandelt. Wir bekamen verschiedene Namen von unserer Familie oder denen, die uns „erzogen“. Innenpersonen bekamen ihren eigenen Namen, damit sie leichter unterscheidbar wurden und auf Ansprache „raus kommen“ konnten, d.h. die Kontrolle über den Körper übernehmen konnten, gerade so wie es den Tätern passte. Vater, Großmutter und Andere hatten unterschiedliche Namen für uns, nicht Variationen unseres im Ausweis stehenden Vornamens, so unterschiedliche wie Katrin, Lotte, Marianne, Christine oder Sven (ja, es gab auch innerhalb der Familie die merkwürdige Vorstellung, dass ein Mädchen durch männliche Innenpersonen aufgewertet wird). Einige Innenpersonen von uns können sich erinnern, dass sie für gewöhnlich mit ihrem eigenen Namen angesprochen wurden, ganz selten wurde zu Hause der eigentliche Vorname benutzt. Wer draußen war hatte auf Anfrage zu antworten, wer er ist. Wer zur falschen Zeit am falschen Ort war wurde bestraft. So sollte man lernen, dass immer die passende Innenperson in der passenden Situation die Kontrolle über das Handeln hatte. Man wollte kein Kind, dass nur dazu da war Männer oral zu befriedigen im Sportunterricht in der Schule haben und kein Mädchen, dessen Aufgabe der Haushalt war, mitten in ein komplexes satanisches Ritual platzen sehen.

Wir genossen als Kinder einige Freiheiten, die andere mit ähnlicher Herkunft nicht hatten: wir durften mit anderen Kindern spielen. Wenn es sich dabei um Kinder handelte, die nicht zur Familie gehörten, wurden diese Spiele sehr genau beobachtet. Waren wir – was öfter der Fall – war mit Kindern unserer Familie unterwegs, so war es nicht ungewöhnlich, dass sich bestimmte Innenpersonen zusammenfanden und gemeinsam spielte. Im Verlaufe eines Nachmittags konnte das auch mehrfach wechseln, häufig von dem ebenfalls multiplen Gegenüber gespiegelt. Für uns Kinder war das Normalität, auch wenn wir gleichzeitig wussten, dass wir mit Außenstehenden niemals darüber reden dürfen. Für uns gehörte es dazu, dass in Haus und Garten (niemals auf der Straße oder anderen öffentlichen Orten) hinter der Cousine mit dem offiziellen Namen Jasmin [auch hier gilt wieder: sämtliche Namen sind geändert, wir wollen uns nicht noch weiter aus dem Fenster lehnen, als wir es ohnehin schon tun] eine Vielzahl anderer Personen steckt, das gerade vielleicht Angi da ist, mit der unsere Maria so gerne puzzelt, dass vor einer halben Stunde noch Bibbi und Margret wild über den Hof getobt sind und dass ich aufpassen muss, wenn ich dieses altbekannte funkeln in den Augen sehe, dass ist nämlich Sebastian und der hat wenig Geduld und prügelt sofort los.

Ja, man könnte sagen multipel sein und seine Kinder ebenfalls gezielt aufzuspalten (oder aufspalten zu lassen) ist eine Familientradition.

Auch wenn ich grundsätzlich viel von Traditionen halte – ich muss nicht jeden Scheiß mitmachen.