„…und all die Lügen geben dir den Rest…“ – Täuschung als zentraler Aspekt der Bewusstseinskontrolle

[…] du hast die Reise ins Jenseits vielleicht schon gebucht
und all die Lügen geben dir den Rest […]

(R. Reiser)

Man weiß über Bewusstseinskontrolle (mind control) allgemein, dass sie durch eine Kombination von posthypnotischer Suggestion, Folter, Drohung und paradoxen Double-Binds (Kommunikationsstruktur, es werden Situationen geschaffen, in denen man sich unter großem Druck entscheiden muss, es gibt aber nur scheinbare Wahlmöglichkeiten zwischen mehreren Übeln, „Pest oder Cholera, Schröder oder Stoiber“) erreicht wird. Der Kern der Bewusstseinskontrolle von Kindern, sei es in einer RiGaG (rituelle Gewalt ausführende Gruppierung), Sekten, Kulten, militärische Organisationen oder zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung durch Kinderporno-Ringe, sind sorgfältig konstruierte Gebilde aus Lügen und Täuschungen.

Eine RiGaG z.B. treibt dafür einen nicht unerheblichen Aufwand. Gestellte Szenarien, z.B. mit Masken oder Kostümen, Illusionen, verstärkt durch Drogen und Folter, werden ausgearbeitet, um das Glaubenssystem der Gruppierung zu untermauern.

Die elementarsten Lügen sind die, die lebenslanges Gehorsam und Loyalität des Betroffenen zur RiGaG gewährleisten sollen, ebenso wie die Geheimhaltung dessen, was innerhalb in der RiGaG geschieht als Sicherheit für die Tätergruppe. Einige Lügen dienen dazu Anteile und Innenpersonen in bewusst vom Täterkreis geschaffenen multiplen Systemen (ja, auch das gibt es und ist gerade in RiGaGs nicht unüblich), dazu zu bringen bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Die Art der Lügen richtet sich auch nach dem Alter des „Subjekts“. Einem vierjährigen Kind wird vielleicht von den magischen Fähigkeiten des Täters erzählt woraufhin diese mit entsprechenden Hilfsmitteln demonstriert werden. Einem Zwölfjährigen erzählt man eher etwas über grenzenlose Macht der Tätergruppe, die jede Organisation infiltriert hat, jeden überwachen kann und überlegene Technologien nutzt, die vielleicht noch gar nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Einige „typische“ Lügen sind:

Lügen über die Weisheit, die Überlegenheit und die Richtigkeit der Ansichten der Täter

  • Die von der RiGaG vertretenen Ansichten, sind die einzige Wahrheit, der einzig wahre Weg.
  • Nur den Hohepriestern/Meistern/Ältesten/etc. und den Mitgliedern der RiGaG kann getraut werden, sie sind die wahre Familie.
  • Die Taten der RiGaG sind nur zum Besten des Kindes (z.B. Vergewaltigungen um Vergebung zu erhalten, Folter um den Geist zu stärken, etc.).

Lügen um Gehorsam und Loyalität gegenüber der RiGaG zu garantieren

  • Man hat gehorsam zu sein, da man einen Eid geleistet/Vertrag unterzeichnet hätten.
  • Den Kindern wird von ihren „Ausbildern“ eingeredet sie seinen keine Menschen, sondern Roboter, Computer oder Maschinen, deren Verstand und Körper von den Tätern kontrolliert wird.
  • Jeder hat seine Aufgabe zu erfüllen, wer dies nicht tut hat seine Berechtigung zur Existenz verwirkt.
  • Die Macht der RiGaG ist unbegrenzt, im Falle des Ungehorsam können sie jederzeit das Kind oder einen geliebten Menschen töten und verschwinden lassen, ohne dass Außenstehende daran etwas ändern könnten.
  • Allen Kindern wird erzählt sie würden einmal die höchsten Ämter in der RiGaG bekleiden, wenn sie sich immer gehorsam und loyal zeigen.

Lügen über die Macht und das Wissen der Täter

  • Die „Wände haben Ohren“ und alles, was gesagt wird „erzählen“ die Wände den Tätern.
  • Bestimmte Tiere, z.B. Krähen oder Katzen, oder auch Stofftiere sind Spione für die RiGaG und erzählen alles, was sie sehen, weiter.
  • Hubschrauber kommen um dich zu beobachten.
  • Die Täter nutzen überlegene Technologie, können jedes Telefon abhören, sich in jeden Computer hacken.
  • Den Kindern wird erzählt man hätte ihnen einen Mikrochip implantiert, der alles aufzeichnet, was sie denken und über den sie jederzeit geortet werden können.
  • Die Täter nutzen Magie/sind in der Lage Geister und Dämonen oder Engel heraufzubeschwören.

Lügen um Beziehungen zu Außenstehenden zu unterbinden

  • Menschen außerhalb der RiGaG werden dich nur betrügen und hintergehen, sie sind nicht die wahre Familie.
  • Alles was du liebst, wird dir weggenommen werden, Menschen, die du liebst/gern hast, werden dich immer verlassen, dich hintergehen, dich irgendwann hassen, dir Gewalt antun.
  • Vertraust du dich jemandem an, erzählst du von dem Missbrauch, werden diese Personen/Eltern/Geschwister getötet.
  • Ärzten/Therapeuten/Sozialarbeitern/Polizei/etc. ist nicht zu trauen, sie werden dem Kind nur noch mehr Gewalt antun, es in eine „Klappsmühle“ oder ins Gefängnis sperren.

Lügen über Wert und Schlechtigkeit des Kindes

  • Den Kindern wird eingeredet sie seinen böse, und genau solche Täter, wie die der RiGaG.
  • Gott würde einen hassen, weil man so böse ist/dem Teufel gehört und hätte einen deshalb verlassen.
  • Den Kindern wird erzählt, sie hätten besondere Kräfte und Fähigkeiten, mit denen sie anderen Leid zufügen, besonders denen, die ihnen nahe stehen.
  • Alleine und Ohne die RiGaG/die zugewiesene Aufgabe hat man keinen Wert.

Lügen um Kontakt und Rückkehr zur RiGaG sicherzustellen

  • Etwas Schlimmes würde passieren, wenn man nicht sofort ans Telefon geht/zur Tür kommt.
  • Die RiGaG ist die wahre Familie, die einzigen, die einen verstehen und eine Zukunft bieten können.
  • Wer kommt, wenn er gerufen wird, wird belohnt.
  • Wer nicht kommt, wenn er gerufen wird, riskiert, dass ein anderer, geliebter Mensch an seiner Statt bestraft/getötet wird.

Lügen die Betroffene dazu bringen ihren Erinnerungen nicht zu trauen und diese zu leugnen

  • Betroffenen wird erzählt, dass Erinnerungen an erlittene Folter oder Missbrauch nicht stimmen und ein Zeichen dafür sind, dass sie verrückt werden. Verrückte werden ihr Leben lang in der Psychiatrie  eingesperrt.
  • Kindern wird erzählt sie hätten eine lebhafte Phantasie und das wäre ein Grund für die „Albträume“ (Erinnerungen).
  • Betroffenen wird eingeredet es wären keine Erinnerungen, sie hätten die Idee aus Büchern oder Filmen.

Lügen um in letzter Konsequenz Selbsttötung herbeizuführen

  • Suizid ist ein ehrenhafter Art für Sache der RiGaG zu sterben.
  • „Verräter“ oder Leute, die aus der RiGaG aussteigen sollten sich lieber schnell selbst umbringen, ansonsten wird sie die RiGaG finden und für einen langsamen und sehr qualvollen Tod sorgen.
  • Kindern wird erzählt, dass das Leben (außerhalb der RiGaG) immer unerträglich sein wird und niemals besser werden wird, es sei daher am sinnvollsten sich umzubringen.
  • Bestimmten Innenpersonen oder Anteilen wird erzählt, dass sie in dem Fall, dass das System zum Verräter wird, den Körper töten müssen und dafür im Jenseits belohnt werden oder selbst gar nicht sterben.

Um diese Lügen zu bestätigen, werden entsprechende Situationen inszeniert. So erlaubt man dem Kind z.B. sich an einen bestimmten Menschen, der freundlich zu dem Kind ist, zu binden. Dieser Mensch wird sich dann entweder gegen das Kind wenden und es foltern oder vergewaltigen oder er wird von anderen Mitgliedern der RiGaG vor den Augen des Kindes vermeintlich getötet. Das Kind bekommt ein Haustier und sobald eine Bindung hergestellt ist, wird das Kind gezwungen dieses Tier zu töten. Vermeintliche Ärzte oder Polizisten vergewaltigen das Kind. Um Übernatürliches darzustellen, können ganze Bühnenstücke aufgeführt werden, von denen das unter Drogen gesetzte Kind glaubt, das gesehene wäre real.

Auch oder gerade Lügen, die den Selbstwert des Kindes in Frage stellen dienen dazu stark an die RiGaG zu binden, die als einzige Quelle sämtlicher (emotionaler) Bedürfnisse gilt.

ZDFneo Reportage „Wild Germany – Satanismus“

Wild Germany ist eine Reportagereihe des Spartensender ZDFneo, die sich mit im Allgemeinbewusstsein weniger präsenten Szenen und Subkulturen in Deutschland auseinandersetzt.

In der am 05.03.2011 ausgestrahlten halbstündigen Sendung beschäftigt sich Journalist Manuel Möglich mit verschiedenen Erscheinungsformen von Satanismus in Deutschland, er interviewt Thorsten Becker, ein Experte für Satanismus in Deutschland, die bekannte Therapeutin und Herausgeberin des „Handbuch rituelle Gewalt“ Claudia Fliß, zwei multiple Frauen, die in einem satanischen Kult aufgewachsen sind, dort rituelle Gewalt erfahren haben und kürzlich den Ausstieg geschafft haben, sowie einen Jugendsatanisten

Quelle: youtube, ZDFneo

Das Pendeln in Extremen

…mit der Hoffnung irgendwann einmal die Mitte zu finden.

Dass ich etwas anders sozialisiert wurde, als es bei dem Durchschnittsbürger der Fall ist, klang hier ja schön öfter an. Diese Sozialisierung steht zum einen in argem Konflikt zu den üblichen gesellschaftlichen Normen, mehr als das aber steht sie in Konflickt mit meinem generellen Wohlergehen.

Ich wünsche mir nichts mehr, als mich von meiner – zugegenermaßen noch nicht lang vergangenen – Vergangenheit zu lösen.

Ich lese diesen Satz gerade und wundere mich, ob die Formulierung so richtig ist. Vergangenheit impliziert einen Zeitstrahl mit sagen wir mal 30 Jahren „Dunkelheit“ und 5 Monaten „Licht“, so oder so ähnlich. Passender wären wohl eher Betriffe wie „Parallelwelten“ oder „Doppelleben“, eben die Bereiche des Lebens, die von Gewalt und Manipulation beherrscht und fremdbestimmt sind/waren. Ich habe nicht 30 Jahre ausschließlich in einem Kellerloch verbracht, wurde dann ans Tageslicht gezerrt, in einen Beruf geschmissen and shiny happy people held me by my hand. Ein Teil von mir lebte ja in der Gesellschaft, Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Freundschaft, Beziehung, all das war gegeben und es wurde auch viel Wert darauf gelegt. Je unauffälliger und funktionaler ich war, desto besser. Niemand stellt unangenehme Fragen, bzw. besteht auf deren Antwort, wenn das Kind, die Jugendliche, die junge Frau entsprechend angepasst genug ist. Das sind jedenfalls meine Erfahrungen. Eventuelle Verhaltensauffälligkeiten als Kind und Jugendliche wurden vielleicht bemerkt, aber genausooft auch wieder verdrängt, denn sie passten nicht gut in das Bild, dass von mir dargestellt wurde. Leistung stimmte ja, warum also Fragen stellen.

Ich wünsche mir mich zu lösen. Wie ich das machen soll, ist mir nicht vollständig klar. Trial and Error. Könnte ich auch getrost als Lebensmotto nehmen. Ich habe wahrscheinlich auch meinen Beruf entsprechend ausgewählt. Versuchsanordnungen haben eine beruhigende Wirkung auf mich. Ein Gefühl vermeintlicher Kontrolle vielleicht? Irritierend genug, dass ich diese Prinzipien oft genug versuche auf mein Leben zu übertragen.

Ich behaupte mal ich habe in unserem „anderen“ Leben Extreme gelebt – leben müssen. Verquere Ideologien, mind control zu Hause und in der RGpG (wer hier noch nich gelesen hat, meine Abkürzung für „rituelle Gewalt praktizierende Gruppe/Gemeinschaft), parallel dazu Prostitution und Pornos in allen bunten Farben des Regenbogens. Gelebte Muster und Glaubenssätze unterscheiden sich vom sonst Üblichen (wie ich festgestellt habe). All das will ich nicht weiterführen.

Wie komm ich davon los? Die Idee war ins andere Extrem zu gehen. Das ist etwas, was ich schon öfter bei Mitmenschen beobachtet habe. Freunde, die zu Hause sehr streng religiös erzogen wurden, rebellierten häufig in der Jugend oder dem jungen Erwachsenenalter, lebten all das aus, was ihnen vorher verboten war – exzessiv – fingen sich aber nach einiger Zeit und fanden eine Mitte für sich. In der Pubertät passiert ja meist genau das, Kinder lösen sich von den Eltern und identifizieren sich mit dem genauen Gegenteil der Werte, die im Elternhaus vorherrschten.

Mir ist ähnliches auch bei uns aufgefallen. Wenn wir z.B. ein Problem lösen wollten, das aus der Erziehung (sein wir ehrlich, es ist ein Abrichten) der RGpG resultierte, erreichten wir das nur, wenn wir versuchten das Gegenteil anzustreben und auch nur dann, wenn wir radikal ins Gegenteil schlugen. Vor einigen Jahren wurden uns einige Probleme bewusst, die von einem hier gesetzten Programm (mind-control, am ehesten vergleichbar mit einer posthypnotischen Suggestion, nur „stärker“) zum Rapport herrührten. Dieses Programm sorgte dafür, dass Familie und RGpG über alles informiert wurden, was bei uns innen und außen los war. Wir konnten das nicht stoppen, da jeder sofort einen Blackout hatte, sobald dieses Programm ausgelöst wurde, was telefonisch auf einen bestimmten Auslöser, Trigger, cue, wie auch immer passierte. Wir hatten gelernt, dass wir immer ans Telefon zu gehen hatten, wenn es klingelte. Ich bekam damals schon immer ein furchtbar schlechtes Gewissen, wenn ich das Klingeln mal nicht hörte, in der Dusche war, oder kurz aus der Tür, wenn ich zu Hause war. Der einzige Weg, den wir sahen war uns selbst das Telefon als solches zu verleiden. Erstaunlicherweise haben wir das geschafft. Ein bisschen zu gut. In der Zeit danach konnten wir kaum ein Telefon nur berühren, geschweige denn den Hörer in die Hand nehmen oder das Freizeichen hören. Aus immer erreichbar wurde nie erreichbar. Bewusst war uns das damals nicht. Es funktionierte, schoss aber übers Ziel hinaus und wurde damit zu einem Hindernis. Mittlerweile haben wir es geschafft da eher eine Mitte zu finden, wir können meist mit Freunden telefonieren, wenn sie hier anrufen, offizielle Anrufen entgegennehmen, wenn wir mit welchen rechnen und gleichzeitig bestimmte Nummern oder anonyme Anrufe ignorieren.

Ob es der geschickteste Weg ist, weiß ich nicht, denn ein Extrem gegen ein anderes einzutauschen ist mitunter nicht weniger einschränkend. Die Tendenz dieses aber zu tun ist ganz unbewusst und automatisch und erstreckt sich über alle Lebensbereiche, von der Alltagsfunktionalität (da haben wir ebenfalls bisher nur in Extremen gelebt, entweder parallel Arbeit, Weiterbildung und Studium gestemmt oder gar nichts mehr auf die Reihe gekriegt) über so spezifischere Themen wie dieses Rapportprogramm oder die innere Haltung zur Familie (von „ich muss so unendlich dankbar sein“ bis „zur Hölle mit dem ganzen Pack“). Der Unterschied, den ich jetzt für mich reinbringen möchte ist, dass ich mir diese Mechanismen bewusst mache und dann auch bewusst anwende.

So ist es z.B. so, dass man hier immer darauf vorbereitet sein musste abgeholt zu werden oder selbst loszuziehen um meinetwegen auf Abruf einem „Freier“, der nach uns bestellte, zu bedienen („selbständig“ waren wir in dem Geschäft nie). Auch wenn man sich da physisch schon gelöst hat, lange gelebtes Verhalten bestimmt doch das Denken. Immer gestiefelt und gespornt sein, unvorbereitet erwischt zu werden hat üble Konsequenzen. Ich tue jetzt genau das Gegenteil, ich sabbotiere diese konstante physische und mentale Vorbereitung. Ich will es einfach nicht (mehr). Das sorgt für eine ganze Menge Stress innen und nein, ich will keinen radikalen Kurs beibehalten. Nur weiß ich mir nicht anders zu helfen.

Ich fühle mich da wie jemand, der laut in die Hände klatscht um einen Hysteriker zu beruhigen.