Es ist gar nicht so leicht mit Verständnis umzugehen

Es ist überhaupt kein Problem auf Unverständnis zu stoßen.

Das ist super einfach. Immerhin hat unsereiner ein ganzes Füllhorn an Neurosen und Neuröschen zu bieten, merkwürdige Tics und Zwänge, diese schwer nachvollziehenden „Stimmungsschwankungen“, oft gepaart mit den fehlenden Erinnerungen an das, was doch gerade erst vor zehn Minuten passiert ist. Um seine arme, geschundene Umwelt nicht über die Maßen zu belasten legt man sich ein Arsenal an hübschen kleinen Ausreden zurecht, nichtssagenden Erklärungen, mehr oder weniger humorvolle Kommentare und lernt schnell und unauffällig das Thema auf etwas anderes zu lenken. Immer passend für die jeweiligen Individuen, dieser armen, geschundenen Umwelt. Wem es so am liebsten ist, betrachtet einen als „schrullig“, zerstreut oder schlichtweg verrückt und überlegt sich dann, welcher Grad an Oberflächlichkeit am angenehmsten erscheint.

Für Menschen, die sich mit einem anfreunden wollen um umgekehrt, wird es schwieriger. Wie tief geht man unter die Oberfläche? Wie ehrlich antwortet man auf die Fragen, die nach und nach kommen? Einzelfallentscheidung. Da kann man auch mal übers Ziel hinausschießen, wenn man nicht weiß wie viel Ehrlichkeit tatsächlich verstanden oder vertragen werden kann. Umgekehrt kann es genauso laufen, aus den gleichen Gründen. Man vollzieht einen Eiertanz, weil man den anderen doch so gern mag und Angst hat, wenn er mehr wüsste, dass das als unvermeidlich empfundene Unverständnis, der Strick für jeden engeren Kontakt wird.

Wenn es um um die eigenen psychischen Probleme, Störungen und Krankheiten geht, scheint die Hoffnung auf Verständnis doch… verständlich, oder? Auch wenn ich mir bei manchen Vertretern ihrer Zunft nicht so ganz sicher bin, wird ein Diplom oder ein Facharzt nicht bei einer Tombola verlost. Wenn man sich also auf zu Psychiatern und Psychotherapeuten macht, erfährt man doch hier und da Verständnis für die eigenen, erlebten Symptome in Form von Erklärungen, Diagnosen und Hilfestellungen. Aber auch hier, haben wir sehr schnell festgestellt, dass das Verständnis, je nach „Individuum der Kategorie ‚professioneller Helfer'“ früher oder später endet. Für die meisten dieser Individuen ist jegliche Hilfe damit auch beendet. Es scheint schwer zu sein mit etwas umzugehen, was man nicht versteht… oder verstehen möchte.

Der eine Psychologe sah sein Ende gekommen, als er nicht verstehen wollte, dass es Eltern gibt, die Kleinkinder gegen Geld anderen Menschen für sexuelle Handlungen anbieten. Eine andere Psychiaterin sah sich nicht im Stande hinzunehmen, dass eine 12-jährige bei einer Vergewaltigung nach einigen fruchtlosen Versuchen sich zu aufgibt und es in nachfolgenden Situationen gänzlich sein lässt, weil ihr die Drohungen noch in den Ohren klingeln. Schon erwähnter Psychologe verstand es auch nicht, das all die Innenpersonen nicht einfach verschwanden, jetzt, wo man doch wusste, dass sie da sind – und wenn das so schon nicht ging, dann sollte es doch genügen, wenn man über die Traumatisierungen einmal spricht (man bedenke: das wollte er letztendlich dann ja nicht mal mit der Kneifzange anfassen). Ein Psychiater drückte sehr unwirsch sein Unverständnis darüber aus, dass 25 Stunden Verhaltenstherapie nicht genügt haben eine Heilung herbeizuführen wohingegen eine andere Therapeutin nur jahrelange Therapie als Ausweg sah, besonders um diese armen, herzerweichenden traumatisierten Innenkinder zu trösten und zu versorgen. Ihnen war ja so viel Böses widerfahren, dass es gut zu machen galt. Dass (garantiert nicht nur unser) System aber zu großen Teilen eben nicht nur aus diesen weichen, gefälligen Kleinen bestand, sondern auch aus rotzfrechen Jugendlichen, Destruktiven, Leuten, denen Therapie und Therapeutin herzlich egal waren, Innenpersonen jeglicher Couleur, die das Gedankengut der Täter vollständig übernommen haben, die sich ohne den ständigen Kontakt zur Familie oder der RiGaG verloren fühlten, die diskutieren wollten oder einfach gehen. Es ist schwer für einen (professionellen) Helfer nachzuvollziehen, warum man nicht gleich wie auf Wolken schwebt, wenn man es nach und nach schafft die Verbindungen zu den Täterkreisen zu kappen, sondern dass man daraufhin oft in ein sehr tiefes Loch fällt.

Es gibt wenig Verständnis dafür, dass für einen großen Teil eines Systems, eines Menschen, eine menschenverachtende, gewaltverherrlichende und machtsuchende Ideologie alles ist, was man kennengelernt hat.

Es gibt wenig Verständnis dafür, dass lieber der Schmerz gesucht wird, den man kennt, als sich dem großen Unbekannten auszusetzen.

Damit nicht genug: Wer in einer RiGaG, bzw einem destruktiven Kult aufwächst, lernt systematisch auch Seiten in sich zu nähren, die keine große gesellschaftliche Akzeptanz (zu Recht, wie ich finde, nichtsdestotrotz scheinen sie ja menschliche Natur) erfahren, lernen Lust an Gewalt, den süßen Geschmack von Macht, das erhebende Gefühl der eigenen Grandiosität. Vor etwas über einem Jahr haben wir ähnliches in „Was der Dschungel mit der Hölle zu tun hat“ angesprochen.

Unserer Erfahrung nach hört es spätestens hier mit dem letzten bisschen Verständnis z.B. eines Therapeuten auf.

Umso verwirrter und geschockter sind wir, dass wir mit unserer Therapeutin jetzt das Gegenteil erfahren. Wir haben noch immer Angst bei jedem Kontakt, dass es der letzte sein wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie von uns angewidert ist, angenervt von der Art einzelner Innenpersonen oder uns als System im Ganzen. Wir haben bei ihr stärker, als wir das bisher irgendwo hatten, Angst vor Unverständnis. Jetzt dreht die gute Frau den Spieß aber um. Sie stellt unmissverständlich klar, was sie versteht, was sie kennt, denn wir sind nun mal nicht das erste multiple System mit einem Hintergrund ähnlich dem unsrigen, dass sie behandelt. Statt: „Warum geht das nicht?“, sagt sie eher: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass […], was halten sie von […]?“. Während wir uns noch den Kopf zerbrechen, warum jemand von uns gerade dieses oder jenes und völlig unverständliche Verhalten an den Tag gelegt hat, oder warum bestimmte Emotionen da sind, die nicht nachvollzogen werden können, ist sie da nickt und gibt uns das Gefühl, als wäre es das in der Situation Natürlichste der Welt.

Wir hatten gerade erst wieder eine dieser Situationen. Die Therapeutin ist gut. Gut in dem Sinne (denn natürlich hat das auch sehr viel mit persönlichen Bedürfnissen zu tun), dass sie uns nicht den Weg ums eigentliche Thema herum durchgehen oder uns Zeit mit vorgeschobenen Pseudoproblemchen totschlagen lässt. Sie sagt uns auch direkt und ohne viele Umschweife an sich ganz einfache Wahrheiten ins Gesicht, die uns meist auch leicht in selbiges schlagen oder einen sanft bis kräftigeren Tritt in das psychische Äquivalent der Magengrube geben. Sie ist nicht dabei nie plump und scheint nie etwas zu sagen, ohne sich vorher vergewissert zu haben, dass es nicht nur ertragbar für uns ist, sondern auch hilfreich. Auch wenn die Metapher mit den ausgestanzten und zusammensetzbaren Bildern sehr ausgelutscht ist: wir puzzeln gemeinsam und immer wieder findet sie ein Teil, das an einer entscheidenden Stelle fehlte und nun wir es sind, die immer mehr verstehen. Sie kann uns nicht erzählen wer wir sind, wo wir herkommen und was wir erlebt haben, aber sie kann uns helfen zu verstehen, wie das alles, all dieses, was da ist, erkannt oder noch im Schatten, was da war, klar erinnert oder nur sehr bruchstückhaft und auch manches, was vielleicht noch auf zu zukommt, ein Ganzes ergeben könnte.

Es sollte erleichternd sein.

Versteht mich nicht falsch, das ist es auch… aber es fehlt uns noch der Umgang damit. Wir schwanken zwischen der Angst das zu verlieren oder aufzuwachen und festzustellen, dass nichts davon real war. Wir wissen nicht, ob dieses Verständnis echt ist, oder ob uns nur etwas vorgetäuscht wird, weil wir sonst eben ein hoffnungsloser Fall sind. Wir können nicht sagen ob all das nur eine Falle ist, die jederzeit zuschnappen könnte… jedenfalls warten wir innerlich jeden Tag darauf.

Das neue Jahr beginnt spät

Eigentlich wollte ich mich schon längst mehr um meinen Blog kümmern, zumal ich tausende Ideen habe (und mittlerweile über 70 halbfertige Beiträge im Archiv), aber ihr kennt das ja alles… LEBEN 😉 )

Was mir zunächst am Herzen liegt ist ein Kalender für Ritualfeiertage, so wie ich ihn für 2013 zusammengestellt habe, auch für das kommende Jahr zu posten. Nicht sehr schwer, aber zeitaufwändig.

(Oh, und ich hab mir vorgenommen mich der Kommasetzung und anderen „Feinheiten“ der deutschen Sprache zu widmen)

2014 ist für mich/uns persönlich das „Jahr der Therapie“. Nach langer Suche haben wir ja endlich eine unfassbar gute Therapeutin gefunden, die sich mit den Besonderheiten von dissoziativen Störungen, der dissoziativen Identitätsstörung im Besonderen und – was für uns sehr wichtig ist, was wir aber nie auch nur geträumt hätten (pathetisch, ich weiß, aber es war nun mal so) – ein erstaunlich umfassendes Wissen um Täterstrukturen im organisierten Bereich hat und zudem auch breite Kenntnisse um die Dynamik in multigenerationalen RiGaGs hat. Das erste Gespräch mit ihr hat uns schon fast die Socken ausgezogen und für einen Moment war da die Überlegung, wie lange die uns heimlich folgt und sich in unser Gehirn einhackt 😉

Parallel dazu habe ich mich auch dazu entschlossen es einmal mit einer Ergotherapie im ambulanten Setting zu versuchen. Ich hatte unglaubliches Glück, so wie es scheint. Ich habe eine schöne, große Praxis gefunden, die mir dabei helfen an meinen Unzulänglichkeiten zu arbeiten (und wohl noch einiges mehr). Wir haben gemeinsam einen guten Therapieplan erstellt und auch hier stellte sich wieder heraus, dass es nicht zwingend nötig ist viel Vorwissen über DIS zu haben, um eine sinnvolle Therapie zu planen. Vieles dessen, was wir gemeinsam erarbeiten, möchte ich auch gerne hier festhalten.

Traumatherapeutensuche für komplextraumatisierte und stark dissoziative Menschen

(Inklusive einer Sammlung von Anlaufstellen und Listen, auf denen Therapeuten zu finden sind, die sich mit komplextraumatisierten und stark dissoziativen Klienten auskennen, weiter unten im Artikel.)

Wer es von meinen Lesern noch nicht weiß: einen kompetenten Traumatherapeuten zu finden ist so ähnlich wie einen 100€ Schein auf der Straße zu finden. Es ist keine übliche Situation und selbst wenn an dem 100€ Schein ein Zettel hängt, der klar macht, dass dieser für den Finder ist und er ihn so nutzen kann, wie er es gerade brauch. Viele werden dennoch Hemmungen haben und auf jeden Fall lange darüber nachdenken, womit sie das verdient haben. Andere ergreifen die Chance bei Schopfe. Jeder ist anders..

Eine ordentliche Traumatherapie ist mindestens genauso schwer zu finden, allerdings selten so einfach wie das Glück über den Geldschein zu stolpern. Es gibt leider genügend Psychotherapeuten, egal ob psychologische, Heilpraktiker, die auf mannigfaltige Art zur Psychotherapie befähigt wurden, oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Ich behalte mir vor sie einfach alle als (Psycho)Therapeuten zu bezeichnen, auch nutze ich die männliche Form als Sammelbegriff für alle Geschlechter. Ich bin ja schon umständlich genug. Wie gesagt, es gibt nicht genug, es gibt a insgesamt kaum genügend Psychotherapeuten um den allgemeinen Bedarf in der Bevölkerung abzudecken. Sucht man einen Traumatherapeuten, heißt das auch, dass dieser Mensch neben seiner kostspieligen Therapieausbildung, die er nun irgendwie abbezahlen muss, auch noch recht kostspielige Weiterbildung in der Diagnostik spezifischer Traumafolgestörungen, spezifischen Behandlungsmethoden und vieles mehr macht, um seinen Patienten optimal helfen zu können. Gerade in der Psychotherapie muss man ständig up to date sein, da sich dort in den letzten Jahren, besonders in der Traumatherapie, der Sicht auf bestimmte Traumafolgen und der Methodik sehr viel tut.

Als Mensch mit einer im Fach sogenannten „komplexen Traumatisierung“, also in der Regel Traumatisierungen, die nicht nur ein oder einige isolierte Male auftraten, sondern einen längeren Zeitraum des Betroffenen geprägt haben, hat man es schwer selbst unter den Traumatherapeuten jemanden zu finden, der bereit ist, sich mit diesen Traumata auseinanderzusetzen. Es ist nämlich nicht schön und potentiell in der Lage ein Weltbild auf den Kopf zu stellen. Ich verstehe es vollkommen, wenn ein Therapeut offen zugeben kann, dass er überfordert ist. Tut er das nicht, schadet er sich und dem Patienten – oft mehr als man glauben mag.

Ist man gleichzeitig noch stark dissoziativ und nehmen wir dafür das Ende der dissoziativen Fahnenstange, die dissoziative Identitätsstörung, dann hat man das Problem, dass man spätestens hier abgewiesen wird, weil den meisten Therapeuten zu schwierig, sie haben noch keine Erfahrung und trauen sich nicht recht an die Materie heran.

Es gibt natürlich Cracks und Koryphäen auf dem Gebiet der Behandlung von DIS und einigen, gelegentlich damit zusammenhängenden Themen wie organisierte Täterstrukturen, RiGaGs und den Tatsachen, dass nicht alle Klienten es bereits geschafft haben sich aus diesen schädlichen Strukturen zu lösen. Manchmal weil die „Alltagsanteile“ nichts davon wissen und andererseits, weil es immer schwer ist, egal wie sehr z.B. die Familie einem geschadet hat, den Kontakt komplett abzubrechen. Immerhin, es gibt sie. Leicht ist es nicht einen dieser begehrten Therapieplätze zu ergattern. Es gibt kilometerlange Wartelisten, denn die Plätze sind rar – ein schwerst traumatisierter Klient mit einer DIS ist eine Herausforderung und verantwortungsvolle Therapeuten arbeiten nur mit einer begrenzten Anzahl solcher Klienten, zu leicht verheizt man sich sonst in seinem eigenen Job – und wer einen Platz ergattert hat, befindet sich häufig für längere Zeit in Therapie.

Eine Freundin riet uns in etwa folgendes (stark paraphrasiert)

Wenn ihr einen Hintergrund mit mehrfachen Traumatisierungen habt, eventuell auch organisiert und gezielt für die Produktion von Kinderpornographie „verfeuert“ wurdet, Opfer von Kinder- und Zwangsprostitution wart oder seit, wenn ihr rituelle Gewalt erlebt habt oder noch erlebt, wenn ihr Opfer von Verhaltens- und Bewusstseinskontrolle wart, wenn ihr Foltererfahrungen hab und obendrauf noch eine schwere dissoziative Störung habt oder gar eine DIS (ich selber ziehe da keine harten Grenzen, erlebe aber, dass viele Therapeuten dieses eben doch tun), dann müsst ihr euch darauf einstellen, dass die Therapeutensuche langwierig, herausfordernd, oft frustrierend wird und es oft so scheint, als wäre diese Belastung der Mühe nicht wert.

Bleibt zäh!

Lasst euch nicht so schnell abwimmeln. Werdet ihr abgewiesen, weil alles voll ist, ruft spätestens 3 Monate später wieder an!

Bleibt standhaft!

Bleibt dran! Auch wenn ihr nicht durchkommt oder auf mehrere Mails oder Nachrichten auf dem AB keine Rückantwort bekommt: Bleibt dran. So hart es gerade für jemanden ist, dem es schlecht geht und der vielleicht soziale Ängste hat, Therapieplätze bekommen meist diejenigen, die am Ball bleiben.

Vergesst nie, dass ihr es wert seit Hilfe zu bekommen! – und wenn ihr das nicht glauben könnt, redet es euch dennoch ein, denn es ist wahr!

Nehmt unfreundliche Therapeuten am Telefon nicht persönlich, wer weiß, was denen morgens ins Müsli gefallen ist!

Lasst euch nicht entmutigen, auch wenn es leichter gesagt als getan ist!

Die echten Perlen findet man oft an den Orten, wo man sie kaum vermutet hätte, tauch weiter!

Holt euch Hilfe euren Frust loszuwerden, und wenn es „nur“ das Tagebuch ist! Sprecht mit anderen Menschen, lasst euch aufbauen und neuen Mut zusprechen! Wenn ihr alleine seit, helfen euch vielleicht Netz-Communities, Krisentelefone, Gespräche in der nächsten Beratungsstelle.

Wenn jemand von euch weitere Anlaufstellen kennt, die ich hier nicht aufgeführt habe, spezifische Listen oder Suchmaschinen, Adressen usw.: Habt bitte keine Hemmungen sie hier mitzuteilen. Mit eurem Einverständnis, würde ich die Angebote gerne in diesen Thread mit einbauen.

EMDRIA Deutschland e.V. ist ein Verband von Therapeuten mit Zertifizierten Ausbildungen in der Traumatherapiemethode EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Auf der Website findet sich auch eine Suchmaske, mit deren Hilfe man Therapeuten, die in Deutschland zertifizierte EMDR-Therapeuten sind, suchen kan. Die meisten der dort gelisteten Therapeuten, sind durchaus auch mit anderen Methoden der Traumabehandlung vertraut. Zur Therapeutensuche.Wer nicht in Deutschland sucht findet hier die Möglichkeit Therapeuten im europäischen Ausland zu finden.

DeGTB – Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie ist eine Fachgesellschaft, die es sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat neue Erkenntnisse, Wissen und Informationen zu verbreiten und noch eine ganze Menge mehr. Es lohnt sich dort einmal vorbei zu schauen. Die DeGTB stellt auf ihrer Seite auch eine Suchmaske zur Verfügung, wo man geordnet nach geographischer Lage (hier ist es auch möglich neben Deutschland Therapeuten in Österreich, der Schweiz und in Luxemburg zu suchen), und einer Vielzahl weiterer Kriterien, wie Ausbildung des Therapeuten oder Art des Traumas, nach einem passenden Therapeuten gesucht werden kann. Gelistet sind nur Therapeuten, die DeGTB zertifiziert sind und entsprechende Ausbildungen in Psychotraumatologie abgeschlossen haben. Zur Therapeutensuche.

GPTG – Gesellschaft für Psychotraumatologie, Traumatherapie und Gewaltforschung. Der Name erklärt das Programm. Diese Organisation hat es  Das Besondere der GPTG ist meiner Meinung nach, dass man dort nicht nur nach Ärzten und psychologischen Psychotherapeuten suchen kann, sondern dass eine Vielzahl verschiedener Berufsgruppen, sowie Rettungsassistenten, Polizisten, genauso wie Pfarrer und Seelsorger dort Mitglied sind. Es gibt eine Seite „Hilfe und Beratung„, wo eine sehr Umfangreiche Linkliste, die für traumatisierte Menschen hilfreich sein könnte, zu finden ist, genauso wie Listen von Therapeuten, Kliniken, Fachkräften allgemein, Experten, Therapieformen und Finanzierungswege für eine ambulante Therapie. Eine Suchmaske für die Suche nach spezialisierten Traumatherapeuten in seinem Postleitzahlengebiet (neben Deutschland auch Österreich und die Schweiz) findet man direkt auf der Startseite.

VIELFALT e.V. ist ein Verein, der sich nun schon seit über 18 Jahren für die Information über Dissoziation und der Hilfe für dissoziative Menschen, bzw. im Besonderen für Menschen mit dissoziativer Identitätsstörung ein. Schon sein Jahren veröffentlicht VIELFALT jährlich eine Liste mit Kliniken, die spezielle stationäre Therapieangebote für Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD), für Menschen mit Komplextraumatisierungen und Dissoziativer Identitätsstörung, bzw. anderen stark ausgeprägten dissoziativen Störungen sowie Kliniken die Programme für traumatisierte Patienten, die gleichzeitig eine Suchtproblematik haben. Seit vielen Jahre bemüht sich VIELFALT schon darum eine Datenbank für Therapeuten anzulegen, die Traumatherapie auch für Klienten mit dissoziativen/r (Identitäts)Störung anbieten, sich zum Teil auch mit Themen wie ritueller Gewalt auskennen. Es ist möglich den Verein einfach anzuschreiben und eine Liste für Traumatherapeuten in seiner Region anzufordern. Die Mailadresse dafür lautet vielfalt@vielfalt.com, ansonsten erreicht ihr den Verein auf verschiedenen Wegen über diese Kontaktinformationen.
VIELFALT e.V. ist ein Verein, der wirklich Besonderes für Menschen mit DIS, in der Vergangenheit geleistet hat und dieses noch immer tut. Weihnachten steht ja vor der Tür und Menschen fühlen sich inspiriert gerade in dieser Jahreszeit sich ihrer sozialen Verantwortung noch stärker bewusst zu werden. Wer der westlichen Weihnachtstradition des Spendens föhnen möchte, dem darf ich diesen Verein noch einmal ans Herz legen. Möglichkeiten VIELFALT e.V. zu unterstützen findet ihr hier!

Wildwasser e.V. ist ein Verein, der sich vor allem an Mädchen und Frauen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, aber auch an Freunde und Angehörige wendet. Wildwasser e.V. hat Beratungsstellen in vielen Städten und Regionen in Deutschland. Viele dieser Beratungsstellen arbeiten ja eng mit Betroffenen zusammen und begleiten viele auch bei der Therapiesuche. Meistens gibt es daher vor Ort eine Liste oder einen Karteikasten, wo Therapeuten verzeichnet sind und – und das kann hilfreich sein – mit Kommentaren von Patienten versehen sind. Es kann unter Umständen helfen so z.B. einige Therapeuten auszuschließen, weil diese nicht mit dissoziativen Klienten arbeiten oder im Gegenteil angeben dafür offen zu sein. Letztendlich ist es natürlich immer eine persönliche Entscheidung ob man mit einem Therapeuten zurecht kommt oder nicht, deshalb sollte man mit Erfahrungsberichten immer sehr bewusst umgehen. Wildwasser e.V. bietet auf seiner Seite auch die Möglichkeit nach Adressen von themenbezogenen bundesweiten Beratungsstellen in der eigenen Region zu suchen. Bei einigen der Beratungsstellen dort kann man euch sicher auch bei der Therapeutensuche helfen und euch eventuell in der Wartezeit begleiten.

Viele Städte haben sogenannte Trauma-Ambulanzen, die auch Behandlungen von Patienten anbieten, nach alle, aber viele haben Erfahrung mit komplextraumatisierten und stark dissoziativen Menschen. Manche können auch an passendere, niedergelassene Therapeuten vermitteln. In folgenden Städten findet ihr Trauma Ambulanzen (das hier ist nur eine Auswahl, denn die Liste ist lang, daher werde ich Links und Kontaktmöglichkeiten in einen separaten Artikel packen und diesen dann hier lediglich verlinken):
Trauma-Ambulanz des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München
Intensivierte Traumatherapie im ZIPB Berlin
Trauma-Ambulanz der Goethe-Universität in Frankfurt/Main
Trauma-Ambulanz des Universitätsklinikums in Münster

Es gibt auch gibt auch allgemeinere Methoden nach (Trauma)therapeuten zu suchen. Bei eurer Krankenkasse könnt ihr immer eine Liste von Therapeuten in euer Nähe anfordern. Ebenso könnt ihr die regionale Suche bei der Bundestherapeutenkammer nutzen. Auch einige der psychiatrischen Institutsambulanzen (kurz PIA genannt) der örtlichen psychiatrischen Krankenhäuser bieten neben akuter psychiatrischer und psychotherapeutischer Hilfe auch Hilfe bei der Suche nach geeigneten niedergelassenen Psychotherapeuten.

Es gibt diverse Websites, die Datenbanken haben, in denen man Therapeuten nach spezifischen Gesichtspunkten, wie z.B. Krankheit, Therapieform usw. auswählen kann. Häufig kann man dort auch direkt nach Traumatherapeuten suchen. Einige dieser Seiten sind, der Psychiatrische Informationsdienst (PID), der auf seiner Hauptseite auch einige nützliche allgemeine Informationen zur Therapeutensuche bereitstellt. Zusätzlich wird dort auch eine telefonische Beratung als Hilfestellung angeboten.

Bei der Therapeutensuche auf „therapie.de“ ist es ebenfalls möglich Therapeuten nach diversen Kriterien in seiner Region zu suchen.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Seiten, auf denen man psychologische Berater, Heilpraktiker, Gastalttherapeuten uvm. suchen kann. Ich habe mich hier auf die Anlaufstellen beschränkt, wo man – meiner Meinung nach – mit einer größeren Wahrscheinlichkeit einen Therapeuten oder eine Therapeutin findet, die Erfahrung mit der dissoziativen Identitätsstörung mitbringt, in der Lage ist auch persönliche Geschichten mit komplexen und verworrenen traumatischen Lebenserfahrungen zu „ertragen“, die einschätzen können, wie anstrengend eine Therapie mit solchen Klienten ist und die bereit sind zu den tief verborgen liegenden und vom Klienten gut geschützten Kernthemen vorzudringen.

Zum Unterschied von Intrusionen und Flashbacks (veröffentlicht in „Psychiatrie to go“)

Selbst Frachleute verwechseln immer wieder Begriffe und Konzepte Im Blog „Psychiatrie to go“ werden zwei, in der Psychotraumatologie oft vorkommende, und genauso selten verstandene Begrifflichkeiten erklärt und prägnant und verständlich auf den Punkt gebracht. Dies ist ein Zitat aus oben erwähntem (und übrigens sehr lesbarem) Blog:

Zum Unterschied von Intrusionen und Flashbacks

In der Traumatherapie spielt eine präzise Sprache eine ganz besonders wichtige Rolle. Ein Punkt ist, dass die häufigeren Intrusionen von den selteneren, dafür sehr viel pathologischeren Flashbacks unterschieden werden müssen. Es ist nicht gut, einem Patienten, der Intrusionen hat, zu sagen, er habe Flashbacks, und ihn entsprechend falsch zu behandeln… Zur Rekapitulation:

Intrusionen

Intrusionen sind Erinnerungen aus der Vergangenheit, die mir in den Sinn kommen, und die ich als störend oder belastend erlebe. Dabei habe ich Distanz zu diesen Erinnerungen und kann diese Erinnerungen als solche zuordnen. Ich kann dabei ganz normal weiterarbeiten. Ich bin Herr des Geschehens.

Flashbacks

Ein Flashback ist ein Zustand, in dem ich mit Haut und Haaren in ein vergangenes Erlebnis hinein gerissen werden, und es jetzt noch einmal durchlebe, als geschehe es gerade jetzt noch einmal. Dabei durchlebe ich nicht nur die abstrakte Erinnerung, sondern auch die damit verbundenen Sinneswahrnehmungen wie Gerüche, Berührungen und die damit verbundenen Gefühle wie Angst etc. noch einmal mit durch. Der Flashback ist hier Herr über mein Erleben.