„Kultidentität“

Kultidentität.

Ein Begriff, den unsere Therapeutin geprägt hat. Ein Begriff der uns offenbar hilft das wie im uns zu verstehen. Kompliziert ausgedrückt? Ist es wohl auch. Trotz eines nicht zu verleugnenden Aha-Effektes bei den Ausführungen unserer Therapeutin, wirft es mindestens genau so viele Fragen auf, wie es zu beantworten scheint.

Wir sprachen über unsere Lebens- und (damit) auch Therapieziele. Wir sind schon einen langen Weg gegangen, haben ja schon einiges erreicht. Sind schon in einige Untiefen unserer Seele vorgedrungen, aber anstatt den Boden des Abgrundes erkennen zu können, scheinen wir (gefühlt) ein Fass ohne Boden zu sein.

Sein vielen Jahren suchen wir ja schon nach einer/m erfahrenen TherapeutIn, der/die bereit ist sich gemeinsam mit uns in diese Untiefen vorzuwagen.

Bisherige Therapien hatten eher „kosmetische“ Ziele. Jeder Therapeut machte uns deutlich, dass es zuerst wichtig ist, dass wir (möglichst unauffällig) in der Gesellschaft funktionieren (cool, da hätte meine Familie, als sie es herausfand gar nicht so ausflippen müssen, es wollten ja alle das gleiche)

Zunächst ging es darum die Essstörung zu überwinden, wen von dem krankhaften Untergewicht -> Ziel erreicht (gut, seien wir ehrlich, das Essverhalten ist immer noch gestört und was das Untergewicht betrifft sind wir über’s Ziel hinausgeschossen).

Es ging darum die Selbstverletzung, die damals massiv war und eingeschränkt werden musste, wenigstens der Schaden an Knochen und Weichteilen -> Ziel in dem Sinne erreicht. Selbstverletzung ist selten und passiert nur noch in Situationen mit großem Druck, die neu für uns sind (intensive Gefühle) und wo sonst wirksame Skills scheitern.

Es ging um die äußere Funktionalität. Von irgendetwas mussten wir ja leben, also war wichtig, dass wir auf der Arbeit zurecht kamen, dass wir nebenbei unser Studium bewältigen konnten und die parallel laufenden Ausbildung -> Ziel lange erreicht. Wir haben Skills gelernt mit bestimmten Triggern, die wir nicht vermeiden konnten umzugehen -> Ziel erreicht.

Wir haben gelernt uns als System zu akzeptieren, jede Menge Psychoedukation gemacht. Verstehen gelernt, warum das, was man hatte eben keine Schizophrenie ist, sondern Dissoziation. Das war wohl eher ein Nebeneffekt oder etwas, was wir einem damals noch sehr unerfahrenen, aber sehr verbissenen Therapeuten zu verdanken hatten (der uns davor bewahren konnte dauerhaft und ohne Aussicht auf Ausstieg in ein Programm für Schizophrene Menschen, die nicht mehr für sich sorgen konnten, zwangseingewiesen zu werden – man bedenke: damals hatten wir einen Job, eine gerade erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und waren auch akademisch erfolgreich, dazu ein soziales Netz und tragfähige Beziehungen… aber das ist eine ganz andere Geschichte, damit könnte ich Bücher füllen und nicht nur ausschweifend vom Blog-Artikel Thema ablenken 😉 ). Dieser Therapeut leitet heute, 9 Jahre später übrigens recht erfolgreich eine wunderbare Institution, die sehr vielen psychisch Beeinträchtigten Menschen eine gute Stütze ist. Und auch wenn wir damals nur philosophiert und gemeinsam Unmengen an vorhandenem Material durchforstet haben, ihm die Freude einer (ein Jahr lang dauernden) ausführlichen Differentialdiagnostik gegönnt haben, so war das nicht ganz beabsichtigte Ziel: Erkenne dich selbst -> erreicht.

Auf sein Geheiß machten wir uns dann wieder auf die zermürbende Suche nach guten Traumatherapeuten. Oft wurden wir mehr oder weniger abgewiesen, weil z.B. noch der Studienabschluss ausstand. Das solle man doch bitte zuerst machen.

Den Therapeuten, den wir fanden, hat sich immerhin unserer angenommen. Auch hier war das erklärte Ziel: Äußere Funktionalität. Funktionalität über allem. Dennoch nahmen wir einiges für uns mit. Er hatte keine Ahnung, war aber in der Welt herumgekommen und brachte viele Sichtweisen in die Therapie mit. Häufig war uns beiden klar, dass das, was wir innerhalb der Therapie besprachen, erarbeiteten, usw. gelinde gesagt suboptimal war. Es half uns aber unsere eigenen Wege und Interventionen zu finden. Die eingeübten Imaginationsübungen nach Muster gingen nach hinten los? Also wurden neue geschrieben. Wir schafften uns Projekte und damit unfreiwillig die ersten Anläufe von Innenkommunikation und später sogar (steuerbarer) Co-Bewusstheit. Unsere Funktionalität verbesserte sich zeitweise -> sein Ziel erreicht (leider schien er es regelrecht persönlich zu nehmen, als dieses Korsett der äußeren Funktionalität begann zu knarzen und dann zu zerbrechen). Unser Ziel: ein Miteinander zu schaffen haben wir in den Anfängen – erreicht.

Damit können wir jetzt arbeiten. Mit vielen Innenpersonen und Gruppen (wir haben uns da die Begrifflichkeiten der Systemik, wie wir sie gelernt haben, angeeignet und bezeichnen solche Gruppen als Subsysteme, wir als ganzer Mensch, mit allen bekannten und unbekannten Anteilen, nennen wir System) haben wir die Möglichkeit in Kontakt zu treten. Wir können bedürftige Innenpersonen (z.B. traumatisierte Kinder) an innere, imaginierte, sichere Orte schicken oder – falls es (wie in den meisten Fällen) nicht funktioniert einen imaginierten sicheren Ort zu schaffen, so können sich andere Innenpersonen nach ihren Fähigkeiten kümmern.

Es ist also schon eine Basis vorhanden.

Für die jetzige Therapie haben wir klar gemacht, dass es uns kurzfristig nicht um „Frisur und Make-up“ geht, sondern, dass wir jetzt diese Therapie machen um dort zu graben, wo es vor sich hinschimmelt, dass man es bis nach draußen riechen kann. Was wir auch tun, das, was aus uns versucht wurde zu machen, das was wir auch sind, beeinflusst und heute kaum weniger als noch vor ein paar Jahren. So viele eingepflanzte Überzeugungen, die es fast unmöglich machen gesunde Entscheidungen zu treffen. So viel zerstörtes, dass man seine gesamte Energie darauf verwendet, dass es nach außen nicht so auffällt, dass man imitiert, wie man angemessene Gefühle äußert, dass man Nähe spielt, ohne je wirklich zu vertrauen.

Wir wissen um diese Untiefen. Wir wissen, wie man ein Kind seiner Bindung berauben kann. Ich weiß, dass ich meine Mutter bestimmt liebe, aber ich habe mich auch als Kind nie nach meiner Mami gesehnt, wenn ich krank war. Ich wollte nie zu ihr (oder einer der anderen „Bezugspersonen“) laufen, um ihnen zu erzählen, was der freche Andi heute in der Schule wieder angestellt hat. All diese Menschen waren mir egal. Und auch, wenn ich heute mit viel Mühe versuche eine Beziehung zu meiner Mutter (die übrigens nie aktive Täterin an mir war, sie war nur die unglückliche Seele, die mich austragen musste) aufzubauen, so trifft es mich doch immer wieder, wie egal es mir ist. Stürbe sie, so wäre meine erste Sorge, wie ich ihren Nachlass verwalten soll und wie man eine Beerdigung organisiert.

Für mich ist es eine dieser Abgründe. Mit Bindungen war ich schon als Kind nicht zu ködern. Einmal in unserem Leben, haben sich welche von uns „verwoben“. Ich hoffe es war nicht das letzte Mal.

So, wie schlage ich nun den Bogen?

Was mich ja eigentlich beschäftigte war der Begriff „Kultidentität“, der mich und uns auf so vielen Ebenen traf. Die Therapeutin sprach davon, dass es für uns notwendig ist, dass wir uns mit dieser Kultidentität auseinandersetzen. Zunächst war mir nicht ganz klar, was sie meint. Glaubt sie da gibt es einen einzigen Anteil, der sämtliches Gedankengut der RiGaG in sich vereint und mit dem müsse gearbeitet werden? Nein, so sieht sie es offensichtlich nicht. Sie sprach damit den Teil unserer Gesamtpersönlichkeit, des gesamten Systems an, der in der RiGaG entstanden ist, deren Gedankengut vertritt, der darin gefangen ist, aber noch mehr betonte sie die Anteile, die in der RiGaG ja ihre Heimat gefunden haben. Die dort jemand waren. Die Gefühle der Grandiosität, die mit bestimmten Aufgaben oder einfach dem „Stand“ einhergehen, das Ausleben von sadistischen Gelüsten. All die Widerwärtigkeiten, die man sehr gerne von sich abschiebt.

Ein weinendes und sich vor Schmerzen windendes Innenkind, dass gerade in einem Flashback eine Folterszene wiedererlebt mag für viele herzzerreißend sein. Aber der Mensch, der dieses Innenkind in sich beherbergt wird leichter Akzeptanz erfahren, als wenn statt des kleinen Kindes ein erwachsener Mann da steht, der süffisant grinst, deutlich macht, dass seiner Meinung nach alle anderen nur Bodensatz für ihn sind. Einer der  vielleicht mit Lust in seiner Stimme von Handlungen erzählt, die er noch gestern durchgeführt hat und die man hier nicht so ohne weiteres beim Namen nennen kann. Und es ist immer noch der gleiche Mensch, dessen Innenkind nur Stunden vorher Schutz unter einer Decke gesucht hat, sein Kuscheltier an sich nahm, den Daumen in den Mund steckte und nach seiner innerlich durchlebten Tortur endlich einschlief.

Das ist es also, was uns erwartet, wir schauen genauer hin. Arbeit mit der Kultidentität. Es geht um Bewusstseins- und Verhaltenskontrolle, wir mögen den Begriff „mind-control“ mit jedem Tag mehr, er erfasst mehr und ist doch deutlich kürzer. Wir wollten es ja auch. Wir wollten im zähen Morast waten, denn früher oder später breitet sich die Fäulnis aus dem inneren bis ganz an die Oberfläche durch – und so können und wollen wir nicht leben.

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Neulich in der Innenstadt

Falls es noch keinem aufgefallen sein sollte: es weihnachtet gar sehr (sprach’s und warf ein paar künstliche Schneeflocken in den viel zu warmen Dezemberhimmel). Und auch, wenn sich der Hype, den wir veranstalten, arg in Grenzen hält, das ein oder andere Geschenk, möchte wenigstens für die Kinder der Familie besorgt sein (wobei wir enormen Spaß hatten, besonders unsere Innenkids).

So zog dann unsereiner mit ner Menge Ideen im Kopf und bewaffnet mit EC- und Kreditkarte todesmutig gen völlig überfüllter Fußgängerzone in der örtlichen Innenstadt.

Überfüllte Fußgängerzonen zeichnen sich dadurch, dass sie eine ganze Menge Menschen beinhalten („Ernsthaft?“ „Ja, ich sag’s dir doch“ „Schockierend!!!“). Unsere Stadt ist verhältnismäßig übersichtlich und wir leben seit mittlerweile 15 Jahren dort. Dadurch, dass wir wir über die Jahre hinweg in den unterschiedlichsten Netzwerken aktiv waren oder auch noch sind (Sei es durch unsere Musik, Uni, Kirchengemeinde oder Job), haben wir eine Menge Bekannte. Und dadurch, dass sich diese Aktivitäten sich zum Teil auf bestimmte Innenpersonen von uns beziehen und nicht jeder andere von uns da immer Anteil nimmt oder nehmen kann, hat auch nicht jeder einen Überblick z.B. über die geknüpften Kontakte.

So begab es sich also, dass ein Pärchen in besagter Fußgängerzone recht zielstrebig auf uns zusteuerte. Sie winkte währen er laut: „Nina, hey Nina [sämtliche Namen von der Redaktion geändert], dich hat man ja schon ewig nicht mehr gesehen!“ rief.

Gut dachte ich mir, die scheinen wohl tatsächlich mich zu meinen, jedenfalls sehen sie auch beim Näherkommen nicht so aus, als hätten sie sich geirrt, meinen Namen trage ich in der Regel auch nicht auf einem Pappschild mit mir rum.

Ein verzweifeltes Wühlen in den eigenen Hirnwindungen begann, aber ich konnte die Gesichter beim besten Willen nicht zuordnen, ja nicht einmal erinnern. Aber gut, das kennen wir ja schon, passiert nicht zum ersten Mal (und auch nicht all zu selten), dass sich jemand von uns – in diesem Falle ich – sich mit einer Bekanntschaft einer anderen Innenperson konfrontiert sieht

Kleiner Zeitsprung:

Ich war ungefähr 8 Jahre alt und stand vor dem Haus meiner Klavierlehrerin, den „Czerny Krentzlin“ fest im Arm. Wie ich dort gelandet war, war mir auch damals nicht ganz klar, aber Amnesien und Zeitlücken gehörten zu der Zeit schon zu meinem Leben dazu und da ich nie etwas anderes kannte, war es meine „Normalität“. Da sich mein Finger bereits am Klingelknopf befand ging ich davon aus, dass wohl zum Unterricht gehen sollte.

Im Treppenhaus begegnete mir ein anderes Mädchen, vielleicht zwei oder drei Jahre älter als ich. Sie kam freudestrahlend auf mich zu.
„Hallo Nina, du warst ja schon seit Monaten nicht mehr hier. Ich hab gehört du warst so schlimm krank.“

Ich habe wirklich angefangen zu schwitzen, als ich verzweifelt versuchte mich zu erinnern welche Krankheit das wohl gewesen sein mochte und stellte fest, dass ich keine Ahnung hatte, was in den vergangenen Monaten gewesen war. Es war eindeutig Herbst. Auf dem Hof vor dem Haus der Klavierlehrerin lagen überall Haufen mit braunem Laub. In meiner letzten Erinnerung war es noch später Frühling, ich durfte mit meiner Cousine und meinem Onkel zu Himmelfahrt eine kleine Wanderung unternehmen.

„Ja.“, sagte ich, „Es geht mir aber schon wieder viel besser.“ Und es fühlte sich wie eine Lüge an.

Erleichtert, dass diese Antwort das Mädchen zufrieden zu stellen schien, verabschiedete ich mich und steig weiter die Treppen zur Wohnung der Klavierlehrerin hinauf.

Danach war ich auch schon wieder „weg“.

Ich hoffte also in dem nun beginnenden Small-Talk einige Hinweise darauf zu finden, woher man nun dieses Pärchen kennen könnte.

Ich: „Oh, schön euch mal wieder zu sehen, wie geht’s euch denn?“ (Bloß allgemein bleiben, da kann man nicht viel mit falsch machen)

Sie: „Ganz gut soweit… und dir?“ (Wahnsinnig hilfreich)

Ich: „Sehr gut. Viel zu tun, neuer Job und so, aber macht wirklich Spaß.“

Er: „Oh prima, was machst du denn jetzt?“

Ich erzähle und bin derweil immer noch nicht schlauer wie und wo ich die beiden zuordnen soll. Stelle erneut eine Frage: „Und ihr beiden, was gibt’s bei euch Neues?“

Sie: „Wir haben ja im Sommer endlich geheiratet.“ Sie hält mir stolz ihren Ehering unter die Nase, ein hübsches und interessantes Stück geziert von einer kleinen, polierten Froschkönig-Krone. „Schau, die hat Tina für uns angefertigt.“ (Es wird wärmer. Tina, eine Goldschmiedin, kenne ich. Das schränkt den Kreis der Verdächtigen trotzdem nicht ein. Tina ist ein regelrechter „Socializing-Guru“.)

Er: „Wir hätten es ja schön gefunden, wenn du auch auf der Hochzeit gespielt hättest. Wann hört man denn mal wieder was von dir?“ (Aha, Musik. Eine – wenn auch nicht besonders nennenswerte – Einschränkung des Kreises der Verdächtigen.)

Ich entschuldige mich und erwähne, dass ich (will in diesem Zusammenhang heißen die normalerweise musizierenden Innenpersonen von uns) im Moment aus Zeitmangel ohnehin nicht viel aktiv mache, aber neue Projekte schon wieder am Start sind (so viel bekomme ich dann immerhin doch mit).

Sie: „Das verstehe ich. Ich komme im Moment auch nicht mehr dazu.“ (Warm. Scheint eine „befreundete“ Musikerin zu sein.)

Wie bei Small-Talk üblich erschöpft sich der Gesprächsstoff schnell und wir verabschieden uns, nicht ohne das beiderseitig obligatorische Versprechen, dass man sich mal wieder melden würde und man zieht von dannen um seiner zuvor schon beschrittenen Wege zu gehen.

Irgendwann zu Hause angekommen packt mich erneut die Neugier. Ich krame in einer Kiste mit alten Jahrbüchern, Fotos und Sonstigem mit Erinnerungswert und ziehe einige Konzertveranstaltungsprogramme hervor. Ich werde tatsächlich fündig. Über den Fotos der beiden, die mir in der Innenstadt begegnet waren, prangt der Name einer Band, darunter ihre eigenen. Also doch richtig geraten. Eine gewisse Genugtuung erfüllt mich. Insgesamt ist dieses Aufeinandertreffen ohne über die Maßen merkwürdig zu werden über die Bühne gegangen.

Und weil ich ein freundlicher Anteil unseres Systems bin, mache ich in unserem gemeinsam geführten Kalender und Tagebuch eine Notiz: „Alexandra und Tobias Müllermeyer in der Stadt getroffen. Sind so verblieben, dass wir uns bei Gelegenheit mal wieder bei ihnen melden.“

Das Pendeln in Extremen

…mit der Hoffnung irgendwann einmal die Mitte zu finden.

Dass ich etwas anders sozialisiert wurde, als es bei dem Durchschnittsbürger der Fall ist, klang hier ja schön öfter an. Diese Sozialisierung steht zum einen in argem Konflikt zu den üblichen gesellschaftlichen Normen, mehr als das aber steht sie in Konflickt mit meinem generellen Wohlergehen.

Ich wünsche mir nichts mehr, als mich von meiner – zugegenermaßen noch nicht lang vergangenen – Vergangenheit zu lösen.

Ich lese diesen Satz gerade und wundere mich, ob die Formulierung so richtig ist. Vergangenheit impliziert einen Zeitstrahl mit sagen wir mal 30 Jahren „Dunkelheit“ und 5 Monaten „Licht“, so oder so ähnlich. Passender wären wohl eher Betriffe wie „Parallelwelten“ oder „Doppelleben“, eben die Bereiche des Lebens, die von Gewalt und Manipulation beherrscht und fremdbestimmt sind/waren. Ich habe nicht 30 Jahre ausschließlich in einem Kellerloch verbracht, wurde dann ans Tageslicht gezerrt, in einen Beruf geschmissen and shiny happy people held me by my hand. Ein Teil von mir lebte ja in der Gesellschaft, Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Freundschaft, Beziehung, all das war gegeben und es wurde auch viel Wert darauf gelegt. Je unauffälliger und funktionaler ich war, desto besser. Niemand stellt unangenehme Fragen, bzw. besteht auf deren Antwort, wenn das Kind, die Jugendliche, die junge Frau entsprechend angepasst genug ist. Das sind jedenfalls meine Erfahrungen. Eventuelle Verhaltensauffälligkeiten als Kind und Jugendliche wurden vielleicht bemerkt, aber genausooft auch wieder verdrängt, denn sie passten nicht gut in das Bild, dass von mir dargestellt wurde. Leistung stimmte ja, warum also Fragen stellen.

Ich wünsche mir mich zu lösen. Wie ich das machen soll, ist mir nicht vollständig klar. Trial and Error. Könnte ich auch getrost als Lebensmotto nehmen. Ich habe wahrscheinlich auch meinen Beruf entsprechend ausgewählt. Versuchsanordnungen haben eine beruhigende Wirkung auf mich. Ein Gefühl vermeintlicher Kontrolle vielleicht? Irritierend genug, dass ich diese Prinzipien oft genug versuche auf mein Leben zu übertragen.

Ich behaupte mal ich habe in unserem „anderen“ Leben Extreme gelebt – leben müssen. Verquere Ideologien, mind control zu Hause und in der RGpG (wer hier noch nich gelesen hat, meine Abkürzung für „rituelle Gewalt praktizierende Gruppe/Gemeinschaft), parallel dazu Prostitution und Pornos in allen bunten Farben des Regenbogens. Gelebte Muster und Glaubenssätze unterscheiden sich vom sonst Üblichen (wie ich festgestellt habe). All das will ich nicht weiterführen.

Wie komm ich davon los? Die Idee war ins andere Extrem zu gehen. Das ist etwas, was ich schon öfter bei Mitmenschen beobachtet habe. Freunde, die zu Hause sehr streng religiös erzogen wurden, rebellierten häufig in der Jugend oder dem jungen Erwachsenenalter, lebten all das aus, was ihnen vorher verboten war – exzessiv – fingen sich aber nach einiger Zeit und fanden eine Mitte für sich. In der Pubertät passiert ja meist genau das, Kinder lösen sich von den Eltern und identifizieren sich mit dem genauen Gegenteil der Werte, die im Elternhaus vorherrschten.

Mir ist ähnliches auch bei uns aufgefallen. Wenn wir z.B. ein Problem lösen wollten, das aus der Erziehung (sein wir ehrlich, es ist ein Abrichten) der RGpG resultierte, erreichten wir das nur, wenn wir versuchten das Gegenteil anzustreben und auch nur dann, wenn wir radikal ins Gegenteil schlugen. Vor einigen Jahren wurden uns einige Probleme bewusst, die von einem hier gesetzten Programm (mind-control, am ehesten vergleichbar mit einer posthypnotischen Suggestion, nur „stärker“) zum Rapport herrührten. Dieses Programm sorgte dafür, dass Familie und RGpG über alles informiert wurden, was bei uns innen und außen los war. Wir konnten das nicht stoppen, da jeder sofort einen Blackout hatte, sobald dieses Programm ausgelöst wurde, was telefonisch auf einen bestimmten Auslöser, Trigger, cue, wie auch immer passierte. Wir hatten gelernt, dass wir immer ans Telefon zu gehen hatten, wenn es klingelte. Ich bekam damals schon immer ein furchtbar schlechtes Gewissen, wenn ich das Klingeln mal nicht hörte, in der Dusche war, oder kurz aus der Tür, wenn ich zu Hause war. Der einzige Weg, den wir sahen war uns selbst das Telefon als solches zu verleiden. Erstaunlicherweise haben wir das geschafft. Ein bisschen zu gut. In der Zeit danach konnten wir kaum ein Telefon nur berühren, geschweige denn den Hörer in die Hand nehmen oder das Freizeichen hören. Aus immer erreichbar wurde nie erreichbar. Bewusst war uns das damals nicht. Es funktionierte, schoss aber übers Ziel hinaus und wurde damit zu einem Hindernis. Mittlerweile haben wir es geschafft da eher eine Mitte zu finden, wir können meist mit Freunden telefonieren, wenn sie hier anrufen, offizielle Anrufen entgegennehmen, wenn wir mit welchen rechnen und gleichzeitig bestimmte Nummern oder anonyme Anrufe ignorieren.

Ob es der geschickteste Weg ist, weiß ich nicht, denn ein Extrem gegen ein anderes einzutauschen ist mitunter nicht weniger einschränkend. Die Tendenz dieses aber zu tun ist ganz unbewusst und automatisch und erstreckt sich über alle Lebensbereiche, von der Alltagsfunktionalität (da haben wir ebenfalls bisher nur in Extremen gelebt, entweder parallel Arbeit, Weiterbildung und Studium gestemmt oder gar nichts mehr auf die Reihe gekriegt) über so spezifischere Themen wie dieses Rapportprogramm oder die innere Haltung zur Familie (von „ich muss so unendlich dankbar sein“ bis „zur Hölle mit dem ganzen Pack“). Der Unterschied, den ich jetzt für mich reinbringen möchte ist, dass ich mir diese Mechanismen bewusst mache und dann auch bewusst anwende.

So ist es z.B. so, dass man hier immer darauf vorbereitet sein musste abgeholt zu werden oder selbst loszuziehen um meinetwegen auf Abruf einem „Freier“, der nach uns bestellte, zu bedienen („selbständig“ waren wir in dem Geschäft nie). Auch wenn man sich da physisch schon gelöst hat, lange gelebtes Verhalten bestimmt doch das Denken. Immer gestiefelt und gespornt sein, unvorbereitet erwischt zu werden hat üble Konsequenzen. Ich tue jetzt genau das Gegenteil, ich sabbotiere diese konstante physische und mentale Vorbereitung. Ich will es einfach nicht (mehr). Das sorgt für eine ganze Menge Stress innen und nein, ich will keinen radikalen Kurs beibehalten. Nur weiß ich mir nicht anders zu helfen.

Ich fühle mich da wie jemand, der laut in die Hände klatscht um einen Hysteriker zu beruhigen.

Was es für uns bedeutet „Viele“ zu sein – Pt. IV

Ca. 2005/’06 haben wir schon einmal versucht in Worte zu fassen, wie das Leben mit einer dissoziativen Identiätsstörung bei uns ausschaut, auch das möchten wir hier mit euch teilen und zu einem späteren Zeitpunkt das als Referenz für eine Bestandsaufnahme hernehmen, schauen, was sich eventuell bis heute verändert hat:

(Teil 1)

(Teil 2)

(Teil 3)

Der ganz normale Wahnsinn eines Alltags mit DIS (Teil 4)

Und neben all dem, deinem ganz normalen Alltag, existiert eine Parallelwelt. Du führst ein Doppelleben, von dem du nichts mitbekommst. Freiheit ist eine Illusion. Noch immer wirst du von einer Tätergruppe, die dich schon seit Jahrzehnten ihr Eigen nennen abgeholt. Du bist Teil ihrer Gemeinschaft – oder um genauer zu sein – Andere in dir sind Teil dieser Gemeinschaft. Ja, du bist nicht die Einzige, die in deinem Körper wohnt und Kontrolle über ihn hat. Du bist aufgespalten. Die „Anderen“ ertragen für dich Folter, Vergewaltigung und viele andere Dinge, von denen du keine Ahnung hast, die du nicht verstehen könntest. Die Anderen in dir sind die Opfer der Gewalt, ertragen, erdulden, wieder andere haben das Gedankengut der Gemeinschaft so sehr verinnerlicht, dass sie so geworden sind wie die Gruppe, der du, der ihr gehört. Es ist wie in einem schlecht gemachten Horrorfilm oder die wahnwitzige Geschichte eines paranoiden Verschwörungstheoretikers.

Wie sollst du das Glauben? Wie sollst du akzeptieren, dass deine eigene Familie dich missbraucht hat, dich weiterverkauft hat, dass dein eigener Großvater in seinem schön ausgebauten Keller eine Folterkammer hatte, dass er dich und deine Geschwister oder Cousinen zu allerhand abartigen Sexualpraktiken hingegeben hat – nicht ohne das ganz auch in Szene zu setzen, zu fotografieren, zu filmen. Wie sollst du glauben, dass du zu einer Art Sekte gehörst, eine Gemeinschaft, die ihre Mitglieder manipuliert, wo nicht nur Tieropfer dargebracht werden.

Du überlebst, weil du es nicht weißt, weil es nicht dir selber passiert.

Natürlich erlebt sich nicht jedes System auf diese Weise. Auch hat nicht jedes System den gleichen Hintergrund. Was ich hier in Bruchstücken beschrieben habe, ist einiges was mir selber passiert ist, wie ich mich und mein Leben wahrgenommen habe.

Bis ich 23 war habe ich ganz ernsthaft geglaubt ich wäre von Dämonen besessen. Das schien mir die passende Erklärung zu sein. Ich dachte dann, ich wäre vielleicht Schizophren, würde mir alles, was in meinem Kopf vor sich geht, was ich glaubte zu erinnern, nur einbilden. Und wer hört schon Stimmen. Es hat eine Weile gedauert bis ich verstehen konnte, wer oder was ich bin – und das auch erst, als sich jemand die Zeit genommen und die Mühe gemacht hat es zu erklären. Die Diagnose „Dissoziative Identitätsstörung“ wurde schon viel früher gestellt, allerdings sprach niemand mit mir darüber. Ich wusste nicht einmal, dass ich sie hatte oder dass diese Störung existiert.

Ich hatte ein wenig Schwierigkeiten die Diagnose anzunehmen. Vielleicht nicht in dem Maße, in dem andere Menschen mit „ihrer“ DIS kämpfen, denn auf irgend eine Art und Weise war ich froh endlich herausgefunden zu haben, was da mit mir nicht stimmt. Ich erlebe es immer wieder, dass Multiple ihre Störung nicht wahrhaben wollen und ich kann mir auch vorstellen, dass es Punkte gibt, die man nicht so gerne akzeptiert. Zum einen bekommt man von außen bestätigt, dass man zeitweise keine Kontrolle über sein eigenes Handeln hat. Der Mensch an sich ist ein Kontrollfreak, er benötigt zumindest das Gefühl die Kontrolle zu haben. Es vermittelt ihm Sicherheit.

Ja und dann gibt es das, was ich so gerne als „Rattenschwanz“ bezeichne. Die Diagnose DIS bedeutet auch gleichzeitig, dass einem in einem sehr frühen Stadium der eigenen Entwicklung, also im Kleinkindalter, massive Gewalt angetan wurde. Sonst hätte sich die Seele nicht aufspalten müssen um sich zu schützen, um buchstäblich (und das ist keine Übertreibung) zu überleben. Puh… akzeptieren, dass Menschen ein Kleinkind derartig missbrauchen, foltern, vernachlässigen – und das über Jahre hinweg (denn die DIS entsteht nur, wenn die traumatischen Situationen immer und immer wieder geschehen, es kein Entrinnen, keine Hilfe gibt)… und dann versuchen das mit einem Weltbild von guten Eltern, die ein Kind schützen (sollten) oder dem Bild vom „edel, hilfreich und guten“ Menschen zu vereinbaren… das ist schwer. Man muss eine ganze Weltanschauung über Bord werfen, wenn man eine Diagnose wie die DIS akzeptieren will

Wundert es da, dass Betroffene lieber leugnen, sich einreden sie wären nur „zu gute Schauspieler“ und das Fachleute die Existenz einer solchen Störung aufgrund wiederholter Traumatisierungen in der frühen Kindheit nicht anerkennen?.

Ich bekomme noch immer regelmäßige Anfälle von „Fakeritis“, dann werden die Zweifel zu groß, ich glaube ich bilde mir nur etwas ein, ich lüge, ich übertreibe, ich bin ein Hypochonder, jemand, der zu viele Bücher gelesen hat… oder schlicht ein unglaublich böses Mädchen, dass guten, braven Bürgern die unmöglichsten Sachen unterstellt.

…und vielleicht braucht man das auch manchmal, um sich eine Pause zu gönnen, eine Pause von der oft grausamen Realität.

Was es für uns bedeutet „Viele“ zu sein – Pt. III

Ca. 2005/’06 haben wir schon einmal versucht in Worte zu fassen, wie das Leben mit einer dissoziativen Identiätsstörung bei uns ausschaut, auch das möchten wir hier mit euch teilen und zu einem späteren Zeitpunkt das als Referenz für eine Bestandsaufnahme hernehmen, schauen, was sich eventuell bis heute verändert hat:

(Teil 1)

(Teil 2)

Der ganz normale Wahnsinn eines Alltags mit DIS (Teil 3)

In deinem Kleiderschrank sind Baggypants (du würdest so was im Traum nicht anziehen), komische rote Rollkragenpullover, T-Shirts mit Totenschädeln und bei keinem der Kleidungsstücke könntest du dich erinnern es gekauft zu haben. „Ach“ sagst du dir „die muss wohl jemand hier vergessen haben“ oder du ignorierst es einfach, vergisst, dass es da ist. Ebenso wie die Legosteine, auf die du nachts trittst. Hast du überhaupt Lego? Doch schon seit Jahren nicht mehr…

Du hast aufgehört Tagebuch zu führen. Es macht dir Angst. Es ist als ob sich die Bücher von selber schreiben, du hast es tagelang nicht zur Hand genommen und dennoch sind wieder 20 Seiten mit zum teil merkwürdig fremd und doch vertrauten Handschriften, die hast du schon öfter gesehen, nur was da geschrieben steht, das ergibt für dich keinen Sinn.

Du zeichnest auch nicht mehr gerne, beziehungsweise dein schlägt Herz jedes mal schneller, wenn du deinen Block aufmachst. „Bitte, bitte, lass ihn heute leer sein, nicht schon wieder eines dieser schrecklichen Bilder“. Du öffnest den Block und es flattert dir ein Blatt entgegen mit einer merkwürdigen Szene. Du hast diese Szenen schon öfter gesehen, es gibt bestimmt tausende solcher Bögen in deiner Wohnung, aber sie machen dir Angst. Du weißt nicht genau warum, aber diese merkwürdigen Bilder, die du nicht verstehst, lösen in dir ein tiefes Grauen aus, dass du gar nicht benennen kannst. Ab und an nimmst du einen Stapel und wirfst ihn in die Papiertonne.

Dein Lehrer möchte dringend mit dir reden. Er hätte dich schon eine ganze Weile beobachtet, dein Verhalten sei so merkwürdig, er findet du benimmst dich, als wärst du eine gespaltene Persönlichkeit. Du denkst: „Ich bin doch nicht schizophren“, bekommst Angst. Etwas tief in dir schreit „Er hat uns erkannt“ mit vielleicht so was wie Hoffnung, andere Stimmen, lautere Stimmen schreien „Verräter“, in deinem Kopf wird es so laut, dass du nicht mehr klar denken kannst, du hast hämmernde Kopfschmerzen, bekommst nicht mehr mit was passiert. Irgendwie raus aus der Situation, die du selber nicht verstehst. Im Ausreden finden bist du klasse, los, lass dir was einfallen.

Du gehst in eine Kirchengemeinde, schon recht oft, recht lange. Du suchst nach etwas, vielleicht ist es Gott, vielleicht aber nur andere Menschen, die nett zu dir sind. Du liest in der Bibel, dort steht etwas geschrieben von einem Mann, der von Dämonen besessen wurde, diese nannten sich Legion, denn sie waren viele. Es knallt in deinem Kopf. Vielleicht ist es das, denkst du dir, vielleicht ist es das was mit mir los ist. Ich bin von vielen Dämonen besessen die in meinem Kopf wohnen. Der nette Geistheiler mit dem blonden Bart ist schon seit Tagen dieser Meinung und bietet dir an dir die Dämonen auszutreiben. Drei Tage und Nächte verbringst du im Kreis einiger unermüdlicher, die Beten, in Zungenreden, die Dämonen in dir anbrüllen und sie zum Auszug zu bewegen. So jedenfalls stellst du dir das vor. Du tauchst ständig ab, bist in Trance und verstehst ohnehin nicht was passiert.

Gebracht hat es nichts. Dein Leben geht weiter wie bisher. Du hast einfach keine Ahnung was passiert. Du betest jeden Tag, du verzweifelst. Du fühlst dich dreckig und schmutzig.

Dein Kumpel macht dir eine mächtige Szene, weil du nicht mit ihm Schlafen willst (hast du auch noch nie, ihr seit einfach gute Freunde), er meint, dass du dich sonst ja nicht so anstellen würdest, du beschimpfst ihn als dreckigen Lügner, bekommst das auch prompt zurück. Du bist sauer, verstehst die Welt nicht mehr und ziehst von dannen.

Du hasst es. Es scheint als hätte jeder Mensch mehr Kontrolle über sein Leben als du. Oftmals wachst du morgens auf, hast überall blaue Flecke, dein Hals tut dir weh und du hast Schürfwunden an Hand und Fußgelenken. Du hast Schmerzen im Schritt und als du aufs Klo gehst, stellst du fest, dass der Damm ein Stück eingerissen ist, ein „nicht schon wieder“ verhallt in deinen Gedanken, du willst es einfach gar nicht wissen. Wenn du dich geduscht hast und zur Uni gegangen bist, hast du es auch schon wieder vergessen, du wunderst dich vielleicht noch über die Schmerzen in deinen Hüften… aber das muss wohl daran gelegen haben, dass du heute Nacht wieder so schräg im Bett gelegen hast.

Nächte sind sowieso miserabel. Du hast eigentlich nur Albträume, du traust dich kaum einzuschlafen, wenn du mal mehr als 3 Stunden geschlafen hast, beglückwünschst du dich. Jeden Morgen fühlst du dich gerädert, wie ein benutztes Taschentuch. Das Chaos in deinem Kopf kannst du kaum aushalten, du bist depressiv, verzweifelt und weißt nicht wo all das herkommt. Du hast Angst. Oft ist es als drifte die Welt von dir weg, oder du aus deinem Körper. Um dich überhaupt mal spüren zu können schlägst du deinen Kopf so lange gegen deine Zimmerwand, bis es blutet oder du ohnmächtig wirst.

(Teil 4)