Interview mit Jessie Marsson, einem Überlebenden von ritueller Gewalt

Jessie Marsson ist ein Überlebender von ritueller und anderweitig organisierter Gewalt und berichtet von seinen Erfahrungen (Berichte über seine Erfahrungen mit ritueller Gewalt in der sog. „Odin-Sekte“ beginnen bei 0:51:25). Es werden auch harte Themen angesprochen, die nichts für schwächere Mägen sind und selbst-Betroffene auch stark triggern können. Bitte achtet beim betrachten des Videos auf euch selbst.

Zugegeben, einiges kann nach einer Prise zu viel Verschwörungstheorie klingen, allerdings sollten diese wenigen Elemente nicht dazu führen, dass man den gesamten Bericht von Jessie Marsson vollständig ins Reich der Märchen verbannt, nur um besser schlafen zu können.

Das Interview wurde von Jo Conrad von bewusst.tv geführt.

Quelle: youtube, bewusst.tv.

Persönlich möchten wir noch anmerken, dass wir einige Weltanschauungen, besonders dies sehr konservativen, von Herrn Marsson und Herrn Conrad nicht teilen. Für uns ist das an dieser Stelle kein Grund die Videos nicht zu teilen, da von stärker rechts-gerichteten Äußerungen Abstand genommen wird. Wir bewundern den Mut beider Herren sich mit einem so heiklen Thema auseinanderzusetzen. Wir selbst haben noch (ja, das ist eine Kampfansage) nicht die Chruzpe, wir sammeln noch.

„Kultidentität“

Kultidentität.

Ein Begriff, den unsere Therapeutin geprägt hat. Ein Begriff der uns offenbar hilft das wie im uns zu verstehen. Kompliziert ausgedrückt? Ist es wohl auch. Trotz eines nicht zu verleugnenden Aha-Effektes bei den Ausführungen unserer Therapeutin, wirft es mindestens genau so viele Fragen auf, wie es zu beantworten scheint.

Wir sprachen über unsere Lebens- und (damit) auch Therapieziele. Wir sind schon einen langen Weg gegangen, haben ja schon einiges erreicht. Sind schon in einige Untiefen unserer Seele vorgedrungen, aber anstatt den Boden des Abgrundes erkennen zu können, scheinen wir (gefühlt) ein Fass ohne Boden zu sein.

Sein vielen Jahren suchen wir ja schon nach einer/m erfahrenen TherapeutIn, der/die bereit ist sich gemeinsam mit uns in diese Untiefen vorzuwagen.

Bisherige Therapien hatten eher „kosmetische“ Ziele. Jeder Therapeut machte uns deutlich, dass es zuerst wichtig ist, dass wir (möglichst unauffällig) in der Gesellschaft funktionieren (cool, da hätte meine Familie, als sie es herausfand gar nicht so ausflippen müssen, es wollten ja alle das gleiche)

Zunächst ging es darum die Essstörung zu überwinden, wen von dem krankhaften Untergewicht -> Ziel erreicht (gut, seien wir ehrlich, das Essverhalten ist immer noch gestört und was das Untergewicht betrifft sind wir über’s Ziel hinausgeschossen).

Es ging darum die Selbstverletzung, die damals massiv war und eingeschränkt werden musste, wenigstens der Schaden an Knochen und Weichteilen -> Ziel in dem Sinne erreicht. Selbstverletzung ist selten und passiert nur noch in Situationen mit großem Druck, die neu für uns sind (intensive Gefühle) und wo sonst wirksame Skills scheitern.

Es ging um die äußere Funktionalität. Von irgendetwas mussten wir ja leben, also war wichtig, dass wir auf der Arbeit zurecht kamen, dass wir nebenbei unser Studium bewältigen konnten und die parallel laufenden Ausbildung -> Ziel lange erreicht. Wir haben Skills gelernt mit bestimmten Triggern, die wir nicht vermeiden konnten umzugehen -> Ziel erreicht.

Wir haben gelernt uns als System zu akzeptieren, jede Menge Psychoedukation gemacht. Verstehen gelernt, warum das, was man hatte eben keine Schizophrenie ist, sondern Dissoziation. Das war wohl eher ein Nebeneffekt oder etwas, was wir einem damals noch sehr unerfahrenen, aber sehr verbissenen Therapeuten zu verdanken hatten (der uns davor bewahren konnte dauerhaft und ohne Aussicht auf Ausstieg in ein Programm für Schizophrene Menschen, die nicht mehr für sich sorgen konnten, zwangseingewiesen zu werden – man bedenke: damals hatten wir einen Job, eine gerade erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und waren auch akademisch erfolgreich, dazu ein soziales Netz und tragfähige Beziehungen… aber das ist eine ganz andere Geschichte, damit könnte ich Bücher füllen und nicht nur ausschweifend vom Blog-Artikel Thema ablenken 😉 ). Dieser Therapeut leitet heute, 9 Jahre später übrigens recht erfolgreich eine wunderbare Institution, die sehr vielen psychisch Beeinträchtigten Menschen eine gute Stütze ist. Und auch wenn wir damals nur philosophiert und gemeinsam Unmengen an vorhandenem Material durchforstet haben, ihm die Freude einer (ein Jahr lang dauernden) ausführlichen Differentialdiagnostik gegönnt haben, so war das nicht ganz beabsichtigte Ziel: Erkenne dich selbst -> erreicht.

Auf sein Geheiß machten wir uns dann wieder auf die zermürbende Suche nach guten Traumatherapeuten. Oft wurden wir mehr oder weniger abgewiesen, weil z.B. noch der Studienabschluss ausstand. Das solle man doch bitte zuerst machen.

Den Therapeuten, den wir fanden, hat sich immerhin unserer angenommen. Auch hier war das erklärte Ziel: Äußere Funktionalität. Funktionalität über allem. Dennoch nahmen wir einiges für uns mit. Er hatte keine Ahnung, war aber in der Welt herumgekommen und brachte viele Sichtweisen in die Therapie mit. Häufig war uns beiden klar, dass das, was wir innerhalb der Therapie besprachen, erarbeiteten, usw. gelinde gesagt suboptimal war. Es half uns aber unsere eigenen Wege und Interventionen zu finden. Die eingeübten Imaginationsübungen nach Muster gingen nach hinten los? Also wurden neue geschrieben. Wir schafften uns Projekte und damit unfreiwillig die ersten Anläufe von Innenkommunikation und später sogar (steuerbarer) Co-Bewusstheit. Unsere Funktionalität verbesserte sich zeitweise -> sein Ziel erreicht (leider schien er es regelrecht persönlich zu nehmen, als dieses Korsett der äußeren Funktionalität begann zu knarzen und dann zu zerbrechen). Unser Ziel: ein Miteinander zu schaffen haben wir in den Anfängen – erreicht.

Damit können wir jetzt arbeiten. Mit vielen Innenpersonen und Gruppen (wir haben uns da die Begrifflichkeiten der Systemik, wie wir sie gelernt haben, angeeignet und bezeichnen solche Gruppen als Subsysteme, wir als ganzer Mensch, mit allen bekannten und unbekannten Anteilen, nennen wir System) haben wir die Möglichkeit in Kontakt zu treten. Wir können bedürftige Innenpersonen (z.B. traumatisierte Kinder) an innere, imaginierte, sichere Orte schicken oder – falls es (wie in den meisten Fällen) nicht funktioniert einen imaginierten sicheren Ort zu schaffen, so können sich andere Innenpersonen nach ihren Fähigkeiten kümmern.

Es ist also schon eine Basis vorhanden.

Für die jetzige Therapie haben wir klar gemacht, dass es uns kurzfristig nicht um „Frisur und Make-up“ geht, sondern, dass wir jetzt diese Therapie machen um dort zu graben, wo es vor sich hinschimmelt, dass man es bis nach draußen riechen kann. Was wir auch tun, das, was aus uns versucht wurde zu machen, das was wir auch sind, beeinflusst und heute kaum weniger als noch vor ein paar Jahren. So viele eingepflanzte Überzeugungen, die es fast unmöglich machen gesunde Entscheidungen zu treffen. So viel zerstörtes, dass man seine gesamte Energie darauf verwendet, dass es nach außen nicht so auffällt, dass man imitiert, wie man angemessene Gefühle äußert, dass man Nähe spielt, ohne je wirklich zu vertrauen.

Wir wissen um diese Untiefen. Wir wissen, wie man ein Kind seiner Bindung berauben kann. Ich weiß, dass ich meine Mutter bestimmt liebe, aber ich habe mich auch als Kind nie nach meiner Mami gesehnt, wenn ich krank war. Ich wollte nie zu ihr (oder einer der anderen „Bezugspersonen“) laufen, um ihnen zu erzählen, was der freche Andi heute in der Schule wieder angestellt hat. All diese Menschen waren mir egal. Und auch, wenn ich heute mit viel Mühe versuche eine Beziehung zu meiner Mutter (die übrigens nie aktive Täterin an mir war, sie war nur die unglückliche Seele, die mich austragen musste) aufzubauen, so trifft es mich doch immer wieder, wie egal es mir ist. Stürbe sie, so wäre meine erste Sorge, wie ich ihren Nachlass verwalten soll und wie man eine Beerdigung organisiert.

Für mich ist es eine dieser Abgründe. Mit Bindungen war ich schon als Kind nicht zu ködern. Einmal in unserem Leben, haben sich welche von uns „verwoben“. Ich hoffe es war nicht das letzte Mal.

So, wie schlage ich nun den Bogen?

Was mich ja eigentlich beschäftigte war der Begriff „Kultidentität“, der mich und uns auf so vielen Ebenen traf. Die Therapeutin sprach davon, dass es für uns notwendig ist, dass wir uns mit dieser Kultidentität auseinandersetzen. Zunächst war mir nicht ganz klar, was sie meint. Glaubt sie da gibt es einen einzigen Anteil, der sämtliches Gedankengut der RiGaG in sich vereint und mit dem müsse gearbeitet werden? Nein, so sieht sie es offensichtlich nicht. Sie sprach damit den Teil unserer Gesamtpersönlichkeit, des gesamten Systems an, der in der RiGaG entstanden ist, deren Gedankengut vertritt, der darin gefangen ist, aber noch mehr betonte sie die Anteile, die in der RiGaG ja ihre Heimat gefunden haben. Die dort jemand waren. Die Gefühle der Grandiosität, die mit bestimmten Aufgaben oder einfach dem „Stand“ einhergehen, das Ausleben von sadistischen Gelüsten. All die Widerwärtigkeiten, die man sehr gerne von sich abschiebt.

Ein weinendes und sich vor Schmerzen windendes Innenkind, dass gerade in einem Flashback eine Folterszene wiedererlebt mag für viele herzzerreißend sein. Aber der Mensch, der dieses Innenkind in sich beherbergt wird leichter Akzeptanz erfahren, als wenn statt des kleinen Kindes ein erwachsener Mann da steht, der süffisant grinst, deutlich macht, dass seiner Meinung nach alle anderen nur Bodensatz für ihn sind. Einer der  vielleicht mit Lust in seiner Stimme von Handlungen erzählt, die er noch gestern durchgeführt hat und die man hier nicht so ohne weiteres beim Namen nennen kann. Und es ist immer noch der gleiche Mensch, dessen Innenkind nur Stunden vorher Schutz unter einer Decke gesucht hat, sein Kuscheltier an sich nahm, den Daumen in den Mund steckte und nach seiner innerlich durchlebten Tortur endlich einschlief.

Das ist es also, was uns erwartet, wir schauen genauer hin. Arbeit mit der Kultidentität. Es geht um Bewusstseins- und Verhaltenskontrolle, wir mögen den Begriff „mind-control“ mit jedem Tag mehr, er erfasst mehr und ist doch deutlich kürzer. Wir wollten es ja auch. Wir wollten im zähen Morast waten, denn früher oder später breitet sich die Fäulnis aus dem inneren bis ganz an die Oberfläche durch – und so können und wollen wir nicht leben.

N24 Doku „Ritueller Missbrauch“

Die folgende Dokumentation befasst sich mit ritueller Gewalt in destruktiven satanischen Kulten. Ich möchte auch an dieser Stelle wieder anmerken, dass nicht alle Sekten und Zirkel, die einen satanistischen Glauben als Mittelpunkt haben, rituelle Gewalt praktizieren. Umgekerht kommt rituelle Gewalt in Gruppen allerlei möglichen Ausrichtungen vor, sei es neuheidnisch, bzw. neopaganistisch, chistlich, thelemisch, neofaschistisch, rein sadistisch oder Ideologiefrei schlichtweg zur Produktion entsprechender Pornographie.

Die Gesamtdokumentation wurde in mehrere, ca. 10 min. lange Abschnitte aufgeteilt. Einige Elemente und angesprochene Themen können für (nicht nur) für Betroffene sehr belastend sein und triggern



Quelle: YouTube

Orpheus ohne Rückfahrschein

Als mir bewusst wurde, dass das, was ich seit meiner Kindheit erleb(t)e Gewalt und Missbrauch ist (es mag paradox klingen, ich kannte die Begriffe, wusste, was dazu im Wörterbuch stand, konnte sie aber lange nicht mit dem, was ich erlebte, in Verbindung bringen), fiel es mir noch schwer die Folgen für mich in meinem Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Handeln zu erkennen.

Ich lernte dann, dass das, was ich erfahren hatte, traumatisierend war. Ich lernte den Begriff Psychotrauma und erfuhr von Ärzten, dass ich offenbar unter einem solchen litt. Man erklärte mir dazu kaum etwas, aber ich habe mein Graecum und wusste, dass „Psychotrauma“ übersetzt in etwa „Verletzung der Seele“ bedeutet. Eine Vertraute schickte mir ein Selbsthilfebuch aus dem ich lernte, was es bedeuten kann traumatisiert zu sein. Ich lernte, dass viele meiner Verhaltensweisen, Gefühle und meiner Denkmuster Folgen der erlittenen Gewalt und dem Aufwachsen in einer dysfunktionalen Familienstruktur waren. Bis dahin war ich der Meinung dass ich so war, wie ich bin, weil ich einfach schlecht war. Ängste, Zwänge, Tics und Anfälle waren für mich Zeichen, dass ich wohl einfach mit einem „minderwertigen“ Gehirn geboren worden war, Depressionen ein Zeichen von Faulheit, scheinbar irrationale Verhaltensweisen ein Zeichen für Dummheit und die furchtbaren Bilder in meinem Kopf, die mich Tag und Nacht quälten zeigten doch nur zu deutlich, dass ich zu all dem anderen offenbar auch verrückt und wahnsinnig war.

Schnittwunden kann man nähen, Abszesse kann man eröffnen und gebrochene Knochen lassen sich schienen. Wenn sich körperliche Wunden heilen lassen, dann muss es doch auch Wege geben die seelischen zu heilen. Das schien mir logisch und ich machte mich auf den Weg der Heilung. Ich suchte mir neue therapeutische Unterstützung, kaufte Bücher, lieh Fachartikel, ging in Selbsthilfegruppen, denn ich wollte wissen, was auf mich zukommen sollte.

Immer wieder hörte ich, dass ich noch einmal zurück in die Hölle müsse, mich meinen Dämonen stellen, sie mir betrachten, sie mir bewusst machen, um dann gestärkt, genesen, integriert wieder zurückzukehren.

Ich schnürte meine feuerfesten Wanderschuhe und stieg hinab.

Wie bei fast allen neuen Wegen, die ich beschreite, begleitete mich eine Naivität, die dem härtesten Rocker die Milch einschießen lässt, und ein merkwürdiger Optimismus, der nur Kopfschütteln verdient hat. Dass ich dennoch Panik schob, ist für mich kein Widerspruch. Wie schlimm konnte es schon sein sich mental in die Hölle zu wagen und die Dämonen betrachten, wenn man mit dem ganzen Rest seines Seins noch immer in ihren Tiefen feststeckte.

Auf der Reise stellte ich fest, dass die von mir betretene Unterwelt aus Ebenen oder Schichten bestand, wie eine Zwiebel oder die Höllenkreise aus Dantes Inferno. Nur unterschieden sich die Kreise, die ich nach und nach betrat, nicht darin, wer dort gepeinigt wurde, sondern darin, was ich erneut und doch ganz anders zu erleben hatte.

Ich pflegte stets zu sagen, dass es nicht so schwer sein würde sich mit mir und meinem Hintergrund auseinanderzusetzen, schließlich sei das Schlimmste die Gewalt und der Missbrauch selbst gewesen. Je tiefer ich aber in die Abgründe meiner Herkunft und meines bisherigen Lebens eintauchte, desto klarer wurde mir, dass dieser Glaubenssatz, an den ich mich wie eine Ertrinkende klammerte, nicht der Realität entspricht. Was zu stimmen scheint ist, dass mir jetzt weniger Schaden zugefügt wird. Es werden nicht konstant neue Wunden geschlagen. Es tut aber nicht weniger weh. Auf eine ganz bestimmte Weise ist es schlimmer. Während ich aufwuchs und solange ich noch körperlich in den destruktiven Strukturen meiner Familie und der RiGaG feststeckte wurde alles, was ich dort erlebte – Dissoziation sei Dank – in kleine, feine Päckchen aufgeteilt und getrennt voneinander in meinen Hirnwindungen abgespeichert. Nun aber soll oder will ich verarbeiten. Was das bedeutet wird mir mit jedem Schritt, den ich wage, klarer. Einer der ersten Therapeuten, die ich aufsuchte, sagte mir ich müsse über das, was mir widerfahren ist, reden. Wenn ich das täte, wäre ich geheilt. Aus der multiplen Persönlichkeit würde automatisch eine einzige, ganze, unbelastete Person werden, wenn ich alles ausspreche.

Die Dinge beim Namen zu nennen ist ein wichtiger Schritt, aber nach meiner Erfahrung nicht alles und auch nicht so einfach, wie es zunächst scheint. Es ist schwer jemanden zu finden, der sich das, was man zu sagen hätte, anhören kann und will. Der erwähnte Therapeut stellte nach kurzer Zeit fest, dass er sich den Inhalten nicht gewachsen fühlt und damit war er auch nur einer in einer langen Reihe Ärzten und Therapeuten in ambulanten und stationären Settings, die mir rieten doch endlich über die Traumatisierungen zu sprechen – aber bitte woanders.

Fall man doch das Glück hat einen Ort zu finden, wo man aussprechen dürfte, was einem auf der Seele brennt und was einen so sehr geprägt hat, dann finden sich noch genügend innere Barrieren, die das zu verhindern wissen. Oft kennt man keine Worte, die annähernd beschreiben könnten, was man erlebt hat. Man hat ja nie darüber geredet. Es fehlt das Vokabular, denn vieles findet keine Entsprechungen im normalen Alltag. Zudem ist man lange darauf trainiert worden niemals auszusprechen, was hinter den verschlossenen Türen vor sich geht. Man muss kreativ werden, um diese Schweigegebote zu umgehen, viel Geduld mitbringen und Vertrauen lernen, um sie zu durchbrechen.

Reden ist wichtig um sich die Gründe für das Trauma bewusst zu machen. Reden allein ist aber nicht der ganze Verarbeitungsprozess, es kann ihn lediglich auslösen oder ein Teil von ihm sein. Will ich „heilen“, das Trauma integrieren, muss ich das, was dissoziiert wurde, re-assoziieren. Was abgespalten wurde, muss wieder zusammengesetzt werden. Eine Erinnerung besteht aus verschiedenen Ebenen, (Körper)Empfindung, Emotion, Fakten, Bilder und Bedeutung des Geschehenen. Bei dissoziierten Erinnerungen an traumatische Erlebnisse sind diese Ebenen voneinander getrennt. Zu einigen Erlebnissen habe ich nur einige Bilder, weiß aber nicht was eigentlich passiert ist. Getrennt davon sind Emotionen, Empfindungen oder das Faktenwissen. Bei uns ist es aufgrund der dissoziativen Persönlichkeitsstruktur so, dass die Ebenen dieser Erinnerungen auf verschiedene Personen verteilt sind. Eine empfindet immer wieder starke Schmerzen in den Fingerkuppen, ohne zu wissen warum. Eine zweite Person sieht vor sich Bilder von einer fixierten Hand und einer Zange, die an einem Fingernagel ansetzt. Eine dritte weiß, dass ihr die Fingernägel gezogen wurden und wieder jemand anderes weiß, dass dies getan wurde um für ein ganz bestimmtes Fehlverhalten zu bestrafen. Hass auf die Täter, Scham, weil man bestraft werden musste oder der Ekel vor den eigenen blutverschmierten Fingern werden von weiteren Innenpersonen getragen.

Man dissoziiert das Erleben, weil alle Aspekte auf einmal in dem Moment zu viel für die Psyche sind. Für uns stellt sich immer wieder die Frage, ob wir eigentlich vollkommen wahnsinnig geworden sind, wenn wir versuchen ein Ereignis mit all dem, was einzelne von uns dazu beitragen konnten, zu rekonstruieren. Gefoltert zu werden und zu dissoziieren ist leichter als alle Aspekte dieses Ereignisses auf einmal zu erleben. Es zerreißt einen förmlich, wenn man die Schmerzen spürt, das Gesicht des Täters vor sich sieht, durchgeschüttelt von widersprüchlichen Gefühlen und alles in dem Wissen, dass es hier keinen tieferen Sinn zu finden gibt. Warum hat er das getan? Weil er’s kann.

Je länger ich mich auf dieser Reise in meine Unterwelt befinde, je tiefer ich vordringe, umso deutlicher wird, dass mein halb gescherztes Motto „einmal Hölle und zurück, bitte“ nicht mehr ist als das – nämlich halb gescherzt. Es gibt kein Zurück. Nach all dem, was ich gesehen, gefühlt, erkannt habe kann ich nicht zurück. Zurück bedeutet zurück zum Leugnen, zurück zum abgespalten Leben, zurück zum verzweifelten Versuch wenigstens einen Anschein von Normalität zu schaffen. Selbst wenn ich das wollen würde (und noch gibt es immer wieder Phasen, in denen ich mir das wünsche), ich könnte es nicht, egal wie sehr ich mich anstrengen mag.

Es bleibt mir nur tiefer in die Hölle einzudringen, bis ganz auf den Grund und dann noch ein Stück tiefer, immer in der Hoffnung, dass sich ganz weit unten ein neuer Ausgang verbirgt.

Eine etwas andere Familientradition oder das absichtliche Erschaffen einer multiplen Persönlichkeit

Dass es so etwas wie multiple Persönlichkeiten als Störungsbild gibt, habe ich erst erfahren, als ich den Entlassungsbericht nach meinem ersten Klinikaufenthalt in den Händen hielt. Auch wenn diese Diagnose seither von verschiedenen Institutionen, Ärzten, Therapeuten immer wieder gestellt wurde, konnten wir das Störungsbild erst verstehen und uns selbst damit in Verbindung bringen, als sich ein Therapeut viel Zeit nahm eine ordentliche Differenzialdiagnostik durchzuführen und uns aufzuklären, indem er mit uns Fachartikel durchging und Kontakte zu Fachleuten für verschiedene Störungen arrangierte.

Das alles bedeutete jedoch nicht, dass es bei uns schon früh ein Bewusstsein dafür gab, dass die Persönlichkeit eines Menschen aus verschiedenen „Leuten“ bestehen konnte, nur fehlte eine vernünftige Einordnung dieses Phänomens. Als Kind war es schlicht normal, denn wir waren bei weitem nicht die einzigen in der Herkunftsfamilie mit einer dissoziativen Identitätsstruktur, allerdings war auch klar, dass man mit Außenstehenden über so etwas niemals sprechen durfte. „Man wird denken du bist verrückt und dich einsperren, weißt du.“, war ein beliebter Satz, den wir in verschiedensten Zusammenhängen unentwegt zu hören bekamen. Als Jugendliche schienen uns Erklärungen wie Besessenheit von Dämonen, so wie es in der Bibel beschrieben ist, und Schizophrenie, von der wir lange ein vollkommen falsches Bild hatten, als ausreichend.

Mit dem Bewusstsein, was es überhaupt bedeutet, wenn ein Mensch multiple Identitäten ausbildet, entwickelte sich auch ein Bewusstsein dafür, dass in unserer Herkunftsfamilie schon seit Generationen einiges schief zu laufen schien. Ich schrieb ja schon, dass wir nicht die einzige Multiple in unserer Familie waren oder sind. Wir  glauben und wissen z.T. auch, dass unser Vater, unsere Tante, unsere Großtante, unser Bruder und einige unserer Cousinen und Cousins ebenfalls eine dissoziative Identitätsstörung haben. Einige waren selbst in psychiatrischer und psychologischer Behandlung, erhielten diese Diagnose, andere nicht (bzw. nicht, dass wir wüssten), aber sie hatten so lange wir denken konnten vollkommen unterschiedlich agierende Anteile in sich, die auch verschiedene Namen trugen.

Dissoziation ist eine normales psychisches Phänomen, jeder kann es, die einen mehr, die anderen weniger gut. Unter anhaltenden extremen Bedingungen spalten kleine Kinder Anteile ihrer Psyche ab, die sich später zu eigenständigen Identitäten entwickeln können. Die Psyche schafft es also ganz von alleine sich zu „multiplizieren“. Es gibt eine Reihe gewissenloser Menschen, die sich dieses Phänomen zu Nutze machen. Selbst die CIA hat Mitte des letzten Jahrhunderts Experimente in dieser Richtung durchgeführt. Eine aufgespaltene Psyche, eine sog. dissoziative Identitätsstruktur, hat für den, der es versteht die Vorteile dieses Phänomens zu nutzen, einen nicht zu unterschätzenden Wert. Auf den Wert für Geheimdienste und Militär kann ich nicht weiter eingehen, dass mir die Strukturen dieser Organisationen zu unbekannt sind. Einige destruktive Sekten und Kulte machen sich das gezielte Aufspalten zu eigen und dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Zum einen sind unterschiedliche Identitäten innerhalb einer Person ein „Abfallprodukt“ der „Erziehung“ innerhalb dieser RiGaGs, die oft unbedingtes Gehorsam unter dem Einsatz massiver Gewalt „trainiert“, und verschiedenen Ritualen, wie dem Praktizieren von Sexualmagie, das nicht selten mehr ist als eine Stunden dauernde Gruppenvergewaltigung. In einigen Ideologien gilt eine aufgespaltene Persönlichkeit als „magisch“, „heilig“, „unheilig“, „Tor“ oder „Wohnstätte“ für Geister und Dämonen. Persönlichkeitssysteme werden absichtlich kreiert um das Tun der RiGaG selber vor Außenstehenden, mit denen das Kind in Berührung kommt (Lehrer, Ärzte, Sozialarbeiter, Eltern, falls diese nicht selbst involviert sind) zu verstecken, indem Anteile und Innenpersonen geschaffen werden, die allein für z.B. die Schule verantwortlich sind und vom (nächtlichen) Treiben der RiGaG nichts mitbekommen, oder um innere Kontrollinstanzen im Kind zu schaffen, damit mögliches Fehlverhalten sofort Konsequenzen nach sich ziehen kann. Es werden spezielle Fragmente oder vollständige Innenpersonen abgespalten, die nur für einen bestimmten Job innerhalb der RiGaG oder innerhalb des Persönlichkeitssystems des Kindes ausgebildet werden. Es ist leichter ein Kind dazu zu bringen z.B. ein Tier zu töten, wenn es nur das und nichts anderes kennt, wenn es sich keine Gedanken um Hausaufgaben oder Freunde machen muss, wenn es nicht gelernt hat, dass alles Lebende fühlt oder dass man selbst starke Gefühle hat. All das ist dissoziiert, abgespalten. Der Persönlichkeitsanteil des Kindes lebt ohne diese Gedanken, ohne das Wissen, ohne die Gefühle, die das Kind vielleicht hätte, wenn die Gesamtpersönlichkeit noch intakt wäre. Man schafft sich so seelenlose Roboter.

Genau das ist auch die Motivation, die viele Ringe, die Kinderpornographie herstellen und Kinder zwangsprostituieren (auch hier sind viele RiGaGs involviert, da es eine gute Einnahmequelle ist und sich die bereits „erzogenen“ Kinder der Gemeinschaft gut eignen), dazu bringt ihr „Material“ abzurichten, sprich gezielt aufzuspalten und die entstehenden Persönlichkeitsfragmente und Identitäten für bestimmte Aufgaben zu trainieren. So schaffen sie ein Kind, dass auf bestimmte Cues hin bestimmte sexuelle Handlungen ausführt, still ist, stöhnt, Orgasmen hat oder gut simuliert, leise weint, schreit, Widerstand zeigt oder wild um sich schlägt. Hervorragend, da ist für jeden Geschmack was dabei und ein einzelnes Kind, dass sich möglichst vielfältig einsetzen lässt bringt ordentlich Asche. Es ist so ernüchternd, wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt: Ja, Macht spielt auch immer irgendwo eine Rolle, aber ganz oft geht es nur ums Geld.

Unsere Herkunftsfamilie war zum einen involviert in eine Gemeinschaft, die rituelle Gewalt praktizierte, zum anderen wurde bei uns zu Hause Kinderpornographie in großem Stil produziert und zwei Geschosse des Hauses verwandelten sich mehrmals im Monat in ein Kinderbordell. Dort wurden nicht nur die Kinder unserer Familie, meine Geschwister und Cousins und Cousinen, sondern auch fremde Kinder missbraucht und gefilmt.

Physische Gewalt, genau so wie sexueller Missbrauch wird oft innerhalb einer Familie weitergegeben. Man neigt dazu in den Strukturen zu leben, die man selbst kennengelernt hat. Mein Urgroßvater hat sich bereits an meiner Großtante vergangen, meine Tante wurde von meinem Großvater missbraucht und suchte sich selbst wieder einen Mann, der regelmäßig zu den gemeinsamen Kindern ins Bettchen stieg. Wir Mädchen wuchsen mit der Gewissheit auf, dass wir wertlos seien und zu nicht anderes zu gebrauchen sind als andere Menschen sexuell zu befriedigen und Kinder zu bekommen, wenn das von uns erwartet wird. Die Jungs bekamen einige Freiheiten, wenn sie älter wurden und sich als stark (was auch immer das heißen mag) erwiesen, wer aufgegeben hatte oder Schwäche zeigte, wurde zum „Mädchen“ degradiert.

Spätestens seit meiner Generation ist auch die gezielte Spaltung der Persönlichkeit ein Thema. Einige der Mädchen in unserer Familie wurden durch das Abrichten für die RiGaG und zum Zwecke der besseren Vermarktung aufgespalten und trainiert. Es gab natürlich auch immer wieder unkontrollierte Abspaltungen und Identitäten, die „unter dem Radar flogen“, sowie andere, die als das, was sie waren, erkannt wurden und entsprechend behandelt. Wir bekamen verschiedene Namen von unserer Familie oder denen, die uns „erzogen“. Innenpersonen bekamen ihren eigenen Namen, damit sie leichter unterscheidbar wurden und auf Ansprache „raus kommen“ konnten, d.h. die Kontrolle über den Körper übernehmen konnten, gerade so wie es den Tätern passte. Vater, Großmutter und Andere hatten unterschiedliche Namen für uns, nicht Variationen unseres im Ausweis stehenden Vornamens, so unterschiedliche wie Katrin, Lotte, Marianne, Christine oder Sven (ja, es gab auch innerhalb der Familie die merkwürdige Vorstellung, dass ein Mädchen durch männliche Innenpersonen aufgewertet wird). Einige Innenpersonen von uns können sich erinnern, dass sie für gewöhnlich mit ihrem eigenen Namen angesprochen wurden, ganz selten wurde zu Hause der eigentliche Vorname benutzt. Wer draußen war hatte auf Anfrage zu antworten, wer er ist. Wer zur falschen Zeit am falschen Ort war wurde bestraft. So sollte man lernen, dass immer die passende Innenperson in der passenden Situation die Kontrolle über das Handeln hatte. Man wollte kein Kind, dass nur dazu da war Männer oral zu befriedigen im Sportunterricht in der Schule haben und kein Mädchen, dessen Aufgabe der Haushalt war, mitten in ein komplexes satanisches Ritual platzen sehen.

Wir genossen als Kinder einige Freiheiten, die andere mit ähnlicher Herkunft nicht hatten: wir durften mit anderen Kindern spielen. Wenn es sich dabei um Kinder handelte, die nicht zur Familie gehörten, wurden diese Spiele sehr genau beobachtet. Waren wir – was öfter der Fall – war mit Kindern unserer Familie unterwegs, so war es nicht ungewöhnlich, dass sich bestimmte Innenpersonen zusammenfanden und gemeinsam spielte. Im Verlaufe eines Nachmittags konnte das auch mehrfach wechseln, häufig von dem ebenfalls multiplen Gegenüber gespiegelt. Für uns Kinder war das Normalität, auch wenn wir gleichzeitig wussten, dass wir mit Außenstehenden niemals darüber reden dürfen. Für uns gehörte es dazu, dass in Haus und Garten (niemals auf der Straße oder anderen öffentlichen Orten) hinter der Cousine mit dem offiziellen Namen Jasmin [auch hier gilt wieder: sämtliche Namen sind geändert, wir wollen uns nicht noch weiter aus dem Fenster lehnen, als wir es ohnehin schon tun] eine Vielzahl anderer Personen steckt, das gerade vielleicht Angi da ist, mit der unsere Maria so gerne puzzelt, dass vor einer halben Stunde noch Bibbi und Margret wild über den Hof getobt sind und dass ich aufpassen muss, wenn ich dieses altbekannte funkeln in den Augen sehe, dass ist nämlich Sebastian und der hat wenig Geduld und prügelt sofort los.

Ja, man könnte sagen multipel sein und seine Kinder ebenfalls gezielt aufzuspalten (oder aufspalten zu lassen) ist eine Familientradition.

Auch wenn ich grundsätzlich viel von Traditionen halte – ich muss nicht jeden Scheiß mitmachen.

Kalender für Ritualfeiertage in 2013

In diesem Artikel habe ich eine Reihe von typischen Festen und Feiertagen, die von verschiedenen destruktiven RiGaGs begangen werden, zusammengefasst. Die „ideologische Trägermasse“ einer RiGaG kann höchst unterschiedliche Richtungen haben. Satanisches, genauso wie christliches, thelemisches oder neofaschistisches Gedankengut (die Liste lässt sich beliebig mit anderen Ideologien erweitern) wird dazu benutzt rituelle Gewalt, Folter, Bewusstseins- und Verhaltenskontrolle oder sexuelle Ausbeutung zu rechtfertigen. Nachfolgend findet ihr Feste und Feiertage, die für RiGaGs mit

satanischer (S),
christlicher (C),
thelemischer (T),
neofaschistischer (N),
polytheistisch (P) und
neuheidnischer (H)

Ausrichtung von Bedeutung sind. Nicht jedes dieser Feste wird von jeder Gruppierung „gefeiert“, auch nicht innerhalb einer Ideologie. Es gibt wichtigere und unwichtigere Feiertage. Viele RiGaGs messen auch weiteren Tagen eine bestimmte Bedeutung bei, wie z.B. Geburtstage der Mitglieder, Führer, (Groß)meister, (Hohe)priester, Jahrestag der Gründung der RiGaG oder, falls Numerologie eine Rolle spielt, Tagen, deren Datum  eine „Schnapszahl“ (wie z.B. der 06.06.2006) ist oder addiert eine bestimmte Zahl ergibt. Ich kann hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da die ideologische Vielfalt destruktiver RiGaGs sehr groß ist. Bitte bedenkt, dass solche RiGaGs Feste und Feiertage legitimer Religionen und Glaubensrichtungen verspotten und verdrehen.

Januar

01.01. (S) Neujahr
06.01. (S/C) Dreikönigstag
06.01. (S/C) Epiphanias, Erscheinung des Herrn
07.01. (S) Winebaltstag
11.01. (S/H) Neumond
12.01. (N) Geburtstag von A. E. Rosenberg und H. W. Göring
13.01. (S) Satanisches Neujahrsfest
13.01. (C) Taufe des Herrn
14.01. (S) Eselsmesse
17.01. (S) Festum Fatuorum
20.01. (S/H) Vorabend von St. Agnes, Hexenfest
21.01. (S) St. Agnes Tag
19.-25.01 (S) Vorbereitung auf das Hochfest (Großopfer)
26.01. (S) Hochfest, Großopfer (fünf Wochen und ein Tag nach der Wintersonnenwende)
27.01. (S/H) Vollmond
27.01. (S/H) Imbolc (2. Vollmond nach Yule)
27.01. (C) Circumdederunt
30.01. (N) Ernennung Hitlers zum Reichskanzler

Februar

01.-03.02. (P) Myesis, Mysterien von Persephone
02.02. (S/C) Mariä Lichtmess
02.02. (S/H) Imbolc
02.02. (T) Aquariusfest
03.02. (C) Exsurge
10.02. (S/H) Neumond
10.02. (C) Estomihi
11.02. (S/C) Rosenmontag
12.02. (S/C) Fastnacht
13.02. (S/C) Aschermittwoch
15.02. (P) Lupercalia
17.02. (C) Invocabit
21.02. (P) Feralia
22.02. (P) Terminalia
24.02. (C) Reminiscere
25.02. (S/H) Vollmond
25.02. (S/N) Walpurgistag

März

01.03. (S) St. Eichhardt
03.03. (C) Oculi
10.03. (C) Laetare, Rosensonntag
11.03. (S/H) Neumond
16.+17.03. (P) Bacchanalien
17.03. (C) Judica, schwarzer Sonntag oder Passionssonntag
18.03. (H) Fest der Sheela-na-gig
20.03. (S/H/N/T) Frühlingsäquinoktikum, Ostara
20.03. (T) Fest des höchsten Rituals, anrufen von Horus, thelemisches Neujahr
20.03. (T) Fest des Äquinoktikums der Götter, erinnert an die Gründung der Thelema in 1904, Fest des „Kindes des Propheten“
22.-24.03. (P) Quando Rex Comitiavit Fas, Tubilustrium
24.-27.03. (P) Märzfest von Kybele und Attis
24.03. (C) Palmarum, Palmsonntag
24.03. (S) Fest des Tieres
24.03. (P) Fest der Isis
27.03. (S/H) Vollmond
28.03. (S/C) Gründonnerstag
29.03. (S/C) Karfreitag
31.03. (S/C) Ostersonntag

April

01.04. (C) Ostermontag
01.04. (P) Veneralien
07.04. (C) Quasimodogeniti, weißer Sonntag
08.04. (S) Tag der Herren
08.-10.04. (T) Fest der drei Tage der Niederschrift des Gesetzes
10.04. (S/H) Neumond
14.04. (C) Misericordias Domini
18.-25.04 (S) Vorbereitung auf das Großfest
19.04. (S) Opfer für Moloch
20.04. (N) Hitlers Geburtstag
21.04. (C) Jubilate
24.04. (S) Markustag
25.04. (S/H) Vollmond mit partieller Mondfinsternis
25.04. (S/H) Beltane (5. Vollmond nach Yule)
26.04.-01.05 (P) Corpus de Baahl
26.04. (S) Großfest, Opferfest (fünf Wochen und ein Tag nach dem Frühlingsäquinoktikum)
28.04. (C) Kantate
30.04. (S/N) Walpurgisnacht, Beltane
30.04. (T) Nacht des Tieres und seiner Braut
30.04. (N) Hitlers Todestag

Mai

01.05. (S/H) Beltane
01.05. (N) Tag der Arbeit
05.05. (C) Vocem jucunditatis, Rogate
12.05. (C) Exaudi
08.05. (N) Kriegsende
09.05. (S/C) Christi Himmelfahrt
09.+11.+13.05. (P) Lemuria
10.05. (S/H) Neumond
12.05. (N) Muttertag
19.05. (C) Pfingstsonntag
20.05. (C) Pfingstmontag
21.05. (P) Agonalia
22.-24.05. (P) Quando Rex Comitiavit Fas, Tubilustrium
25.05. (S/H) Vollmond
26.05. (C) Trinitatis, Dreifaltigkeitssonntag
30.05. (S/C) Fronleichnahm

Juni

06.06. (N) Landung der Alliierten in der Normandie
08.06. (S/H) Neumond
11.06. (P) Matronalia
21.06. (S/H/N/T) Sommersonnenwende, Litha
21.06. (T) Ritual der Elemente des Fests der Zeiten, Ipsissimustag
23.06. (S/H) Vollmond
24.06. (S) Mittsommernacht
24.06. (S/C) Johanni, Johannesfest

Juli

01.07. (S) Satans Festnacht
02.07. (C) Mariä Heimsuchung
07.07. (S/C) Heiligstes Herz Jesu
07.07. (P) Nonae Capratinae
08.07. (S/H) Neumond
10.07. (S) unheiliger Tag des Palladium
19.-25.07. (S) Vorbereitung auf das Hochfest (Großopfer)
22.07. (S/H) Vollmond
22.07. (S/H) Lammas (8. Vollmond nach Yule)
23.07. (P) Neptunalia
25.07. (S) Jakobi
26.07. (S) Hochfest, Großopfer (fünf Wochen und ein Tag nach der Sommersonnenwende)

August

01.-02.08. (S/H/N) Lammas,Lughnasadh
01.08. (T) Fest der Wasser des Lebens
03.08. (S) satanisches Fest
06.08. (S/H) Neumond
12.08. (T) Fest der ersten Nacht des Propheten und seiner Braut
15.08. (S/C) Mariä Himmelfahrt
21.08. (S/H) Vollmond
24.08. (S/C) Bartholomäustag, Barthel
24.08. (P) Mania
24.-27.08. (P) Fundus Mundi
28.08. (P) Fest der Nephthys (Frau des Set, Göttin des Todes)

September

01.09. (N) Kriegsbeginn 2. Weltkrieg
05.09. (S/H) Neumond
05.-07.09. (S) Hochzeit mit dem Tier Satan
07.09. (S) Fest des Tieres, Satans Hochzeit
13.09. (S) Freitag, der 13.
19.09. (S/H) Vollmond
20.09. (S) Mitternachtsmesse
21.09. (T) Ritual der Elemente des Fests der Zeiten, Fest des Thoth
22.09. (S/H/N/T) Herbstäquinoktikum, Mabon
23.09.-02.10. (P) Teletai, Mysterien von Eleusis
29.09. (S/C) Michaelis

Oktober

05.10. (P) Öffnung des Mundus Cereris
05.10. (S/H) Neumond
06.10. (C) Erntedank
16.10. (N) Tod Rosenbergs
18.10. (S/H) Vollmond mit Halbschattenfinsternis
19.10. (N) Tod Görings
19.10. (P) Armilustrium
22.-29.10. (S) Vorbereitung für Allerheiligen
26.10. (S) Großfest, Opferfest (fünf Wochen und ein Tag nach dem Herbstäquinoktikum)
28.-29.10. (S) Blutfest
29.10. (S) Heiliger Abend
31.10. (S/H/N) Samhain, Abend vor Allerheiligen, Beginn des keltischen neuen Jahres und der dunklen Jahreszeit
31.10. (P) Vorbereitung für die Isia
31.10. (C) Reformationstag
31.10. (T) Fest des Feuers und Todes

November

01.11. (S/C) Allerheiligen
01.-06.11. (P) 6 Tage der Isia
02.11. (S/C) Allerseelen
03.11. (S/H) Neumond
03.11. (S/H) Samhain (11. Neumond des Jahres)
03.11. (P) Inventio Osiridis
04.11. (S) Satanisches Fest
07.11. (P) Hilaria, Mania, Öffnung des Mundus Cereris, Wiedergeburt des Osiris
09.11. (N) Reichskristallnacht
17.11. (S/H) Vollmond
24.11. (C) Christkönigsfest

Dezember

01.12. (C) 1. Advent, Ad te levavi
03.12. (S/H) Neumond
04.12. (P) Bona Dea
06.12. (S/C) Nikolaustag
08.12. (C) 2. Advent, Populus Sion
13.12. (S) Freitag, der 13.
13.12. (S/C) Luciafest
17.12. (S/H) Vollmond
17.12. (P) Saturnalien
21.12. (S/C) Thomastag
21.12. (S/H/N) Wintersonnenwende, Yule
21.12. (T) Ritual der Elemente des Fests der Zeiten, Sonnenwende der Götter
24.12. (C) Heiligabend
24.12. (S) Satanisches Fest
25.12. (S/C) Weihnachten, Geburt Christi
25.12. (P) Dies Natalis Invicti
26.12. (S/C) 2. Weihnachtstag
26.12. (C) Stephani
28.12. (S/C) Fest der unschuldigen Kinder (Kindermord von Bethlehem)
30.12.-01.01. (P) Compitalien
31.12. (S/N) Sylvester

„…und all die Lügen geben dir den Rest…“ – Täuschung als zentraler Aspekt der Bewusstseinskontrolle

[…] du hast die Reise ins Jenseits vielleicht schon gebucht
und all die Lügen geben dir den Rest […]

(R. Reiser)

Man weiß über Bewusstseinskontrolle (mind control) allgemein, dass sie durch eine Kombination von posthypnotischer Suggestion, Folter, Drohung und paradoxen Double-Binds (Kommunikationsstruktur, es werden Situationen geschaffen, in denen man sich unter großem Druck entscheiden muss, es gibt aber nur scheinbare Wahlmöglichkeiten zwischen mehreren Übeln, „Pest oder Cholera, Schröder oder Stoiber“) erreicht wird. Der Kern der Bewusstseinskontrolle von Kindern, sei es in einer RiGaG (rituelle Gewalt ausführende Gruppierung), Sekten, Kulten, militärische Organisationen oder zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung durch Kinderporno-Ringe, sind sorgfältig konstruierte Gebilde aus Lügen und Täuschungen.

Eine RiGaG z.B. treibt dafür einen nicht unerheblichen Aufwand. Gestellte Szenarien, z.B. mit Masken oder Kostümen, Illusionen, verstärkt durch Drogen und Folter, werden ausgearbeitet, um das Glaubenssystem der Gruppierung zu untermauern.

Die elementarsten Lügen sind die, die lebenslanges Gehorsam und Loyalität des Betroffenen zur RiGaG gewährleisten sollen, ebenso wie die Geheimhaltung dessen, was innerhalb in der RiGaG geschieht als Sicherheit für die Tätergruppe. Einige Lügen dienen dazu Anteile und Innenpersonen in bewusst vom Täterkreis geschaffenen multiplen Systemen (ja, auch das gibt es und ist gerade in RiGaGs nicht unüblich), dazu zu bringen bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Die Art der Lügen richtet sich auch nach dem Alter des „Subjekts“. Einem vierjährigen Kind wird vielleicht von den magischen Fähigkeiten des Täters erzählt woraufhin diese mit entsprechenden Hilfsmitteln demonstriert werden. Einem Zwölfjährigen erzählt man eher etwas über grenzenlose Macht der Tätergruppe, die jede Organisation infiltriert hat, jeden überwachen kann und überlegene Technologien nutzt, die vielleicht noch gar nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Einige „typische“ Lügen sind:

Lügen über die Weisheit, die Überlegenheit und die Richtigkeit der Ansichten der Täter

  • Die von der RiGaG vertretenen Ansichten, sind die einzige Wahrheit, der einzig wahre Weg.
  • Nur den Hohepriestern/Meistern/Ältesten/etc. und den Mitgliedern der RiGaG kann getraut werden, sie sind die wahre Familie.
  • Die Taten der RiGaG sind nur zum Besten des Kindes (z.B. Vergewaltigungen um Vergebung zu erhalten, Folter um den Geist zu stärken, etc.).

Lügen um Gehorsam und Loyalität gegenüber der RiGaG zu garantieren

  • Man hat gehorsam zu sein, da man einen Eid geleistet/Vertrag unterzeichnet hätten.
  • Den Kindern wird von ihren „Ausbildern“ eingeredet sie seinen keine Menschen, sondern Roboter, Computer oder Maschinen, deren Verstand und Körper von den Tätern kontrolliert wird.
  • Jeder hat seine Aufgabe zu erfüllen, wer dies nicht tut hat seine Berechtigung zur Existenz verwirkt.
  • Die Macht der RiGaG ist unbegrenzt, im Falle des Ungehorsam können sie jederzeit das Kind oder einen geliebten Menschen töten und verschwinden lassen, ohne dass Außenstehende daran etwas ändern könnten.
  • Allen Kindern wird erzählt sie würden einmal die höchsten Ämter in der RiGaG bekleiden, wenn sie sich immer gehorsam und loyal zeigen.

Lügen über die Macht und das Wissen der Täter

  • Die „Wände haben Ohren“ und alles, was gesagt wird „erzählen“ die Wände den Tätern.
  • Bestimmte Tiere, z.B. Krähen oder Katzen, oder auch Stofftiere sind Spione für die RiGaG und erzählen alles, was sie sehen, weiter.
  • Hubschrauber kommen um dich zu beobachten.
  • Die Täter nutzen überlegene Technologie, können jedes Telefon abhören, sich in jeden Computer hacken.
  • Den Kindern wird erzählt man hätte ihnen einen Mikrochip implantiert, der alles aufzeichnet, was sie denken und über den sie jederzeit geortet werden können.
  • Die Täter nutzen Magie/sind in der Lage Geister und Dämonen oder Engel heraufzubeschwören.

Lügen um Beziehungen zu Außenstehenden zu unterbinden

  • Menschen außerhalb der RiGaG werden dich nur betrügen und hintergehen, sie sind nicht die wahre Familie.
  • Alles was du liebst, wird dir weggenommen werden, Menschen, die du liebst/gern hast, werden dich immer verlassen, dich hintergehen, dich irgendwann hassen, dir Gewalt antun.
  • Vertraust du dich jemandem an, erzählst du von dem Missbrauch, werden diese Personen/Eltern/Geschwister getötet.
  • Ärzten/Therapeuten/Sozialarbeitern/Polizei/etc. ist nicht zu trauen, sie werden dem Kind nur noch mehr Gewalt antun, es in eine „Klappsmühle“ oder ins Gefängnis sperren.

Lügen über Wert und Schlechtigkeit des Kindes

  • Den Kindern wird eingeredet sie seinen böse, und genau solche Täter, wie die der RiGaG.
  • Gott würde einen hassen, weil man so böse ist/dem Teufel gehört und hätte einen deshalb verlassen.
  • Den Kindern wird erzählt, sie hätten besondere Kräfte und Fähigkeiten, mit denen sie anderen Leid zufügen, besonders denen, die ihnen nahe stehen.
  • Alleine und Ohne die RiGaG/die zugewiesene Aufgabe hat man keinen Wert.

Lügen um Kontakt und Rückkehr zur RiGaG sicherzustellen

  • Etwas Schlimmes würde passieren, wenn man nicht sofort ans Telefon geht/zur Tür kommt.
  • Die RiGaG ist die wahre Familie, die einzigen, die einen verstehen und eine Zukunft bieten können.
  • Wer kommt, wenn er gerufen wird, wird belohnt.
  • Wer nicht kommt, wenn er gerufen wird, riskiert, dass ein anderer, geliebter Mensch an seiner Statt bestraft/getötet wird.

Lügen die Betroffene dazu bringen ihren Erinnerungen nicht zu trauen und diese zu leugnen

  • Betroffenen wird erzählt, dass Erinnerungen an erlittene Folter oder Missbrauch nicht stimmen und ein Zeichen dafür sind, dass sie verrückt werden. Verrückte werden ihr Leben lang in der Psychiatrie  eingesperrt.
  • Kindern wird erzählt sie hätten eine lebhafte Phantasie und das wäre ein Grund für die „Albträume“ (Erinnerungen).
  • Betroffenen wird eingeredet es wären keine Erinnerungen, sie hätten die Idee aus Büchern oder Filmen.

Lügen um in letzter Konsequenz Selbsttötung herbeizuführen

  • Suizid ist ein ehrenhafter Art für Sache der RiGaG zu sterben.
  • „Verräter“ oder Leute, die aus der RiGaG aussteigen sollten sich lieber schnell selbst umbringen, ansonsten wird sie die RiGaG finden und für einen langsamen und sehr qualvollen Tod sorgen.
  • Kindern wird erzählt, dass das Leben (außerhalb der RiGaG) immer unerträglich sein wird und niemals besser werden wird, es sei daher am sinnvollsten sich umzubringen.
  • Bestimmten Innenpersonen oder Anteilen wird erzählt, dass sie in dem Fall, dass das System zum Verräter wird, den Körper töten müssen und dafür im Jenseits belohnt werden oder selbst gar nicht sterben.

Um diese Lügen zu bestätigen, werden entsprechende Situationen inszeniert. So erlaubt man dem Kind z.B. sich an einen bestimmten Menschen, der freundlich zu dem Kind ist, zu binden. Dieser Mensch wird sich dann entweder gegen das Kind wenden und es foltern oder vergewaltigen oder er wird von anderen Mitgliedern der RiGaG vor den Augen des Kindes vermeintlich getötet. Das Kind bekommt ein Haustier und sobald eine Bindung hergestellt ist, wird das Kind gezwungen dieses Tier zu töten. Vermeintliche Ärzte oder Polizisten vergewaltigen das Kind. Um Übernatürliches darzustellen, können ganze Bühnenstücke aufgeführt werden, von denen das unter Drogen gesetzte Kind glaubt, das gesehene wäre real.

Auch oder gerade Lügen, die den Selbstwert des Kindes in Frage stellen dienen dazu stark an die RiGaG zu binden, die als einzige Quelle sämtlicher (emotionaler) Bedürfnisse gilt.